VMA-DISPERGIERLEXIKON
A
Ablüften
<p>Ruhen lassen einer applizierten Beschichtung vor dem Einbrennen, um das Abdunsten des größten Lösemittelanteils zu gewährleisten.</p>
Abrieb
<p>Der Abrieb von Mahlperlen von der Mahlkammer und dem Rührer eines Dispergiergerätes kann eine Mahlpaste farblich schädigen. Wenn dies verhindert werden soll, so lassen sich einerseits abriebfeste Mahlperlen z.B. aus Zirkondioxid, Zirkonsilikat oder aber Glasperlen benutzen, die einen ungefärbten Abrieb ergeben. VMA Getzmann bietet eine Reihe verschiedener abriebfester Innenauskleidungen für Dispergiermaschinen an.</p>
Absetzverhinderungsmittel
<p>Auch Antiabssetzmittel genannt. Infolge der Erdanziehung können auch gut gegen Flockung stabilisierte Pigmente zu einem festen, nicht wieder aufrührbaren Bodensatz sedimentieren ( Vgl. Sedimentation ). Absetzverhinderungsmittel wirken i.a. so, dass sie eine leichte Flockung der Pigmente bewirken. Das Absetzen erfolgt dann zu einem voluminösen, leicht aufrührbaren Bodensatz.</p>
Absorption
<ol> <li>Die Auflösung eines Feststoffs oder eines Gases in einer Flüssigkeit</li> <li>Die Aufnahme der Energie einer elektromagnetischen Strahlung ( z.B. Licht ) durch ein Medium. Die Schwächung der Intensität eines Lichtstrahls durch Absorption wird durch das Lambert-Beer’sche Gesetz beschrieben.</li> </ol>
Absorptionskoeffizient
<p>Siehe Lambert-Beer'sche Gesetz</p>
Absperrmittel
<p>Eine Flüssigkeit oder ein Gas, welches bei doppelt wirkenden Gleitringdichtungen eingesetzt wird.</p>
Abtönpaste
<p>Farbpastenkonzentrat zum Einfärben einer weißen Dispersionsfarbe</p>
Acidität
<p>Die Azidität (auch Acidität, von lateinisch acidus „sauer“) bezeichnet das Ausmaß der Fähigkeit einer chemischen Verbindung, Protonen (Wasserstoffionen) abzugeben bzw. einer anderen Substanz Elektronen zu entziehen, sowie den allgemeinen Säuregrad einer Flüssigkeit.</p>
Acrylate
<p>Bindemittel, die durch Polymerisation von Acrylmonomeren entstehen.</p>
Additive
<p>Zusatz- bzw. Hilfsmittel zur Formulierung von Verbundwerkstoffen. Additive werden in der Regel in kleinen Mengen eingesetzt, beispielsweise als Netz- und Dispergierhilfsmittel, Anti-Absetzmittel, Entschäumer, Verlaufsmittel, UV-Absorber, Korrosionsinhibitoren, Trocknungsverzögerer etc.</p>
Additive Farbmischung
<p>Die additive Farbmischung beruht auf der Verwendung der Grundfarben Orangerot, Laubgrün und Violettblau zur Erzeugung von Mischfarben. Die Mischfarbe aus diesen drei Grundfarben ist weiß ( im Gegensatz zur subtraktiven Farbmischung ! )<br /> Die bekannteste Anwendung der additiven Farbmischung ist der Fernseh-Farbmonitor. Beim Mehrfarbendruck werden die additive und die subtraktive Farbmischung verwendet.</p>
Adhäsion
Synonym für Haftung. In der Lacktechnik spielt die Haftung einer Beschichtung auf einem Untergrund eine wichtige Rolle. Empirisch ist festgestellt worden, dass eine Beschichtung dann eine gute Haftung aufweist, wenn sie einerseits als Flüssigkeit auf dem Untergrund gut verläuft ( spreitet ) und andererseits als Feststoff eine ähnliche freie Oberflächenenergie hat wie der Untergrund.
Adsorbat
Ein an eine Grenzfläche adsorbierter Stoff
Adsorbens
<p>Ein Stoff, an das ein Adsorbat adsorbiert</p>
Adsorption
<p>Anlagerung eines Stoffes ( Adsorbat ) an einen anderen Stoff ( Adsorbens )</p>
Adsorptionsgleichgewicht
<p>Die Verteilung eines Adorbats in adsorbierter und nicht adsorbierter Form. Adsorptionsgleichgewichte sind die Voraussetzung beispielsweise von chromatographischen Verfahren. Auch in der Katalysatortechnik spielen Adsorptions-Desorptionsgleichgewichte eine Rolle. Im Falle von Pigmenten und Füllstoffen in flüssigen Beschichtungsstoffen bilden sich Adsorptionsgleichgewichte der verschiedenen Bestandteile an den Feststoffteilchen aus.</p>
Adsorptionswärme
<p>Die bei der Adsorption freiwerdende fühlbare Wärme.<br /> Da Adsorptionsprozesse immer mit einem Entropieverlust einhergehen (Δ S<0 ) muss die Adsorptionsenthalpie (ΔH) negativ sein, damit die Gibbs’sche frei Energie der Adsoption (ΔG ) negativ ist.<br /> <br /> Nur wenn<br /> <strong>ΔG = Δ H - T·Δ S </strong><br /> kleiner als Null ist, findet eine Adsorption statt.</p>
Agglomerate
<p>Nach DIN 53 206, August 1972, bestehen Agglomerate aus Primärteilchen und kleineren Aggregaten, die über Kanten und Ecken durch rein physikalische Wechselwirkungen zusammengehalten werden. Ihre Oberfläche ist in erster Näherung die Summe der Oberflächen aller sie aufbauenden kleineren Teilchen.</p>
Aggregate
<p>Nach DIN 53 206, August 1972, bestehen Aggregate aus flächig aneinander angelagerten Primärteilchen, die durch chemische bindungen zusammengehalten werden. Ihre Oberfläche ist geringer als die Summe der sie aufbauenden Primärteilchen.</p>
Algizide
<p>Hilfstoffe für Formulierungen, um Algenbewuchs zu verhindern. Vor allem finden Algizide in Dispersions-Fassadenfarben Anwendung. Im Einsatz sind zinnorganische Verbindungen und Kupferchelate.</p>
Aliphatische Kohlenwasserstoffe
<p>Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind Kohlenwasserstoffe, in denen die Kohlenstoffatome zu linear oder zu verzweigten Ketten angeordnet sind.</p>
Alkydharze
<p>Alkydharze sind Polyesterharze aus mehrbasigen Säuren und zwei- und höherwertigen Alkoholen, die mit natürlichen oder synthetischen Fettsäuren modifiziert sind. Je nach Fettsäure ( „Öl-“ ) Gehalt unterscheidet man kurzölige ( < 40% ), mittelölige ( 41 – 60 % ) und langölige Alkyde mit 61 – 70 % Ölgehalt. Alkydharze lassen sich mit vielen anderen Bindemitteln kombinieren.</p>
Alterung
<p>Die Lagerung beispielsweise eines Beschichtungsstoffs mit dem Ziel, festzustellen, ob sich Eigenschaften verändern. Die Lagerung kann auch unter forcierten Bedingungen, z.B. bei höherer Temperatur erfolgen. Störend können sich häufig Viskositätsveränderungen oder Pigmentflockung bemerkbar machen.</p>
Aminoharze
<p>Aminoharze sind die Reaktionsprodukte aus Formaldehyd wie Harnstoff, Benzoguanamin oder Melamin. Die Aminoharze werden durch „Alkylierung „ modifiziert. Die Alkylierung besteht meistens in einer Veresterungsreaktion zwischen den OH-Gruppen des Aminoharzes mit Alkoholen. Je nach verwendetem Alkohol ( Methanol und Butanol besonders gebräuchlich ) entstehen Aminoharze, die entweder 100% Festkörpergehalt aufweisen oder gewisse Lösemittelanteile enthalten. Aminoharze lassen sich sowohl in wässriger als auch organischen Beschichtungssystemen verwenden. Sie werden immer mit anderen Harzen kombiniert und dienen dort als Härterkomponente für Einbrennlacke. Als Harze können Acrylate, Alkyde, Epoxiharze oder Polyester verwendet werden.<br /> <span class="small"><em>Lit.: H.J. Blank, L.J. Calbo in „ Ullmann“, VCH, 5. Auflage ( 1991), Band 18, S. 414 – 418</em></span></p>
Anaphorese ( Anodische Elektro -Tauchlackierung )
<p>Ein Beschichtungsverfahren, bei dem das Harz als negativ geladener Polyelektrolyt in wässriger Lösung vorliegt und der zu beschichtende Untergrund als positiver Pol einer Gleichspannung geschaltet wird. Bei den Anaphoreseharzen handelt es sich i.d.R. um Polycarbonsäuren, die mit Aminen zu den wasserlöslichen bzw. wasserverdünnbaren Polycarboxylaten umgesetzt („neutralisiert“) werden.</p>
Anatas
<p>Kristallmodifikation des Titandioxid. Der Anatas hat im Vergleich zum zum Rutil zwar ein schlechteres Streuvermögen und schlechtere Wetterbeständigkeit, aber ist dafür weniger abrasiv, so dass er vor allem für die Mattierung synthetischer Fasern zur Schonung der Spinndüsen eingesetzt wird. Auch in Kunststoffen und Elastomeren findet Anatas wegen seiner geringen Möh’schen Härte ( 5,5-6 ) Anwendung. Bei Stanzartikeln, die mit Messern geschnitten werden, führt die Verwendung von Anatas zu längeren Standzeiten. Wegen seines selbstreinigenden Kreidungsverhaltens wird Anatas auch in Straßenmarkierungsfarben angewendet.</p>
Anreiben
<p>Synonym für Dispergieren. Das Wort „Anreiben“ stammt aus einer Zeit, in der Feinstdispergierungen auf Walzenstühlen durchgeführt werden ( Vgl. Dreiwalze ). Heute werden Mahlpasten, bei denen es auf sehr gute Dispergierfeinheiten ankommt, mit schnell laufenden Rührwerkskugelmühlen ( z. B. DISPERMAT SL und RD ) oder Sandmühlen verarbeitet.</p>
Antiablaufmittel
<p>Antiablaufmittel sollen das Ablaufen von Beschichtungen an senkrechten Flächen nach der Applikation verhindern. Dabei kann es sich z.B. um sehr feinteilige anorganische Stoffe (z.B. Betonite, Kieselgele, feinstteiliges Bariumsulfat ) oder aber um organische Additive handeln. Antiablaufmittel führen zu einer Fließgrenze.</p>
Antiausschwimmmittel
<p>Antiausschwimmmittel sind Additive, die der Verhinderung der sichtbaren Entmischung von Pigmenten beim Lagern oder während des Trocknens einer Beschichtung dienen.</p>
Antifouling Additive
<p>Hilfsmittel für Bootslacke, die verhindern sollen, dass sich ein Bewuchs von Pflanzen, Muscheln etc. an dem Bootsrumpf bildet.</p>
Antihaftmittel
<p>Oberflächen, die mit Antihaftmitteln behandelt sind, nehmen Verschmutzungen sowie Graffiti oder aber Beklebungen nicht auf bzw. lassen sich leichter reinigen. Die meisten Antihaftmittel sind auf Silikonbasis hergestellt und dienen auch als Trennmittel in Spritzgussverfahren der Kunststoffverarbeitung.</p>
Antihautmittel
<p>Bei lufttrocknenden Lacken wie Alkydharzen besteht oft das Problem, dass in in teilweise entleerten Gebinden eine Hautbildung durch eine Trockungsreaktion stattfindet. Antihautmittel, z.B. Oxime und Alkylphenole, verhindern dies. Darüber hinaus ist es in jedem Fall sinnvoll, geöffnete Gebinde wieder luftdicht zu verschließen und Dosen beispielsweise mit dem Deckel nach unten „ auf dem Kopf“ aufzuheben.</p>
Antistatikmittel
<p>Hilfsmittel zu Herabsetzung der elektrostatischen Aufladungsneigung von Beschichtungen oder Kunststoffen. Oftmals handelt es sich um Ammoniumverbindungen, die Luftfeuchtigkeit binden und somit den elektrischen Oberflächenwiderstand herabsetzen.</p>
Applikationsverfahren
<p>Man unterscheidet verschiedene Verfahren zum Aufbringen von Beschichtungen. Die gebräuchlichsten sind Tauchen, Rollen, Streichen und Spritzen. Die Tauchverfahren unterscheiden sich in das einfache Tauchen und in elekotrophoretische Tauchlackierung (s. ETL : Elektrotauchlackierung ), Anaphorese und Kataphorese. Bei den Spritzverfahren lässt sich unterscheiden zwischen dem Spritzen mit Druckluft, dem Airlessspritzen ohne Druckgas und dem elektrostatischen Spritzen.</p>
Auflacken
<p>Nach Ausdispergierung einer Mahlpaste wird durch Zugabe weiterer flüssiger Rezepturbestandteile die Formulierung zum flüssigen Beschichtungsstoff komplettiert. Diesen Vorgang nennt man „ Auflacken“ (Vgl. Komplettieren)</p>
Auslaufbecher
<p>Genormte Vorrichtung zur Bestimmung der Auslaufzeit eines flüssigen Beschichtungsstoffes als Maß für die kinematische Viskosität. Der Auslaufbecher besteht aus einem sich nach unten konisch verjüngendem Gefäß mit einem Auslauf</p>
Ausschwimmen
Ist das sichtbare Entmischen von Pigmenten in einer Beschichtung während der Lagerung oder während des Trocknens.
B
Bandbeschichtung
Beschichtungsverfahren, bei dem Metallbänder (Coils) in großen Anlagen beschichtet werden (engl. coil coating) wobei aus den beschichteten Metallbändern später Teile ausgestanzt und durch Verformung zum fertigen, lackierten Werkstück, z.B. Lebensmittelkonserven, hergestellt werden können. Auch metallische Fassadenelemente beispielsweise werden so beschichtet.
Benard’sche Zellen
<p>Hexagonale, bienenwachsartige Oberflächenstörung von applizierten Beschichtungen, die durch eine strömungsbedingte Entmischung von Pigmenten während des Ablüftens entstehen. Durch die an der Beschichtungsoberfläche entstehenden Verdunstungskälte kommt es zu einem Temperaturgradienten zwischen der Oberseite und tieferen Schichten. Dies führt zu ringförmigen Strömungen, wobei sich die Pigmente in den langsam strömenden Bereichen an den Grenzen zwischen den Benard’schen Zellen anreichen. Bei Mischungen verschieden großer Pigmente sind es die gröberen Pigmentfraktionen, die die Grenzlinien der Benard Zellen ausbilden (Vgl. Abb.) Abb. Kreisströmung und Ausbildung von Benard Zellen</p>
Benetzung
<p>Die Bildung einer Grenzfläche Flüssigkeit/Festkörper im Austausch gegen die Grenzflächen Luft / Feststoff wird Benetzung genannt. Als Maß für die Benetzungseigenschaft einer Flüssigkeit für eine ebene Feststoffoberfläche kann der Randwinkel Θ eines auf das Substrat aufgebrachten Tropfens dienen. Die Benetzung ist besser je kleiner der Randwinkel ist. Es gilt die Young-Dupre’ Gleichung, In der γF die freie Oberflächenenergie des Feststoff mit der Grenzfläche zur Luft ist, σ die Grenzflächenspannung zwischen Feststoff und Flüssigkeit und γL die Oberflächenspannung der Flüssigkeit ist. γF = γL · cos(Θ) - σ<br /> <br /> Da die Gleichung zwei Unbekannte (σ und γF) hat, die nicht ohne weiteres gemessen werden können, müssen zur Anwendung der Gleichung bestimmte Annahmen gemacht werden. In der Praxis interessiert oftmals die kritische Oberflächenspannung Diese ist definiert als die Oberflächenspannung der Flüssigkeit , die gerade spreitet, d.h. den Randwinkel Null ausbildet. Diese lässt sich nach Zisman durch einen Auftrag von cos(Θ) gegen die Oberflächenspannung γL einer homologen Reihe von Flüssigkeiten verschiedener Oberflächenspannungen bestimmen. Die Extrapolation gegen cos(Θ) = 1 ergibt die kritische Oberflächenspannung. Unter der Annahme, dass an diesem Punkt die Grenzflächenspannung σ zu Null wird, ist γF identisch mit der kritischen Oberflächenspannung.<br /> <br /> Zur Bestimmung des Benetzungsvermögens von Flüssigkeiten gegenüber Feststoffpulvern wie Pigmenten und Füllstoffen dient entweder die Eindringgeschwindigkeitsmessung der Flüssigkeit in eine Pulverschüttung (Washhurn methode (1) , die Bestimmung des Kapillardrucks einer Flüssigkeit in eine Pulverschüttung durch Bestimmung des Differenzdrucks ( Bartell Methode (2) oder die Bestimmung der Höhe eines großen Tropfens der Flüssigkeit auf einem Pulverpreßling bekannter Porosität ( Methode nach Kossen und Heertjes (3) ). Diese Methoden erlauben die Bestimmung des Randwinkels Θ und ermöglichen so den Zugang zur Bestimmung der freien Oberflächenenergie von Feststoffpulvern.</p>
Benetzungsvolumen
<p>Verfahren zur Messung derjenigen Menge einer Flüssigkeit, die eine lose Pulverschüttung in sich aufsaugt. In Ergänzung des publizierten Verfahrens (1) lässt sich auch die Geschwindigkeit der Aufnahme messen. Diejenige Flüssigkeit, bei der die Benetzung am schnellsten erfolgt und bei der die geringste Menge zur Durchfeuchtung der Pulverschüttung erforderlich ist, benetzt am besten.<br /> <span class="small"><em>(1) F. Kindervater, Farbe + Lack 69 ( 1963 ), Nr. 1. S. 21 – 26</em></span></p>
Benetzungswärme
<p>Wärme, die bei der Benetzung einer Feststoffoberfläche durch eine Flüssigkeit frei wird. (siehe Benetzen ) und Hydrophilitätsreihe.</p>
BET – Methode
<p>Methode zur Bestimmung der spezifischen Oberfläche eines Feststoffpulvers durch Gasadsorption nach Brunauer, Emmet und Teller (1)<br /> <span class="small"><em>( 1) S. Brunauer, P.H. Emmet, E. Teller J. Am. Chem. Soc. 60 ( 1938 ) S. 309</em></span></p>
Beutelfilter
<p>Filterbeutel am Gewebetuch zum Abtrennen von nicht dispergiertem Material und Verunreinigungen ( wie Mahlperlenbruchstücke ) nach der Dispergierung.</p>
Bewitterungsgeräte
<p>Um die Wetterbeständigkeit von Beschichtungen und Kunststoffen in einer Kurzprüfung zu untersuchen, bedient man sich der Kurzbewitterungsgeräte. Es handelt sich um Einrichtungen, bei dem die spektrale Verteilung des Sonnenspektrums von Strahlungsquellen nachempfunden wird, wobei allerdings die Strahlungsintensität insgesamt erhöht ist. Als Strahlungsquellen dienen Kohlebogenstrahler, Quecksilberhochdruckstrahler oder Xenonlampen.<br /> Bei moderneren Geräten wird die von den Proben aufgenommene Strahlungsleistung registriert und die sogenannte Schwarztafeltemperatur gemessen.<br /> <br /> Weiter lassen sich die Proben in definierten Zyklen mit Feuchtigkeit beaufschlagen, wobei zwischen einer einfachen Berieselung und einer betauenden Feuchtigkeitseinwirkung unterschieden wird. Der letztere Befeuchtungsmodus ist i.a. aggressiver. Durch die zeitraffende Wirkung lassen sich mehrere Jahre Freibewitterung durch einige Wochen Kurzbewitterung ersetzen. Dennoch lässt sich die Freibewitterung nicht ganz ersetzen, zumal verschiedene Klimate auch in der Freibewitterung zu unterschiedlichen Beständigkeiten von Beschichtungen führen.</p>
Bimodale Verteilung
<p>Eine Eigenschaftsgröße, die zwei Häufigkeitsmaxima aufweist, ist bimodal verteilt. Ein Beispiel hierfür ist die Teilchengrößenverteilung eines Gemisches von zwei Pigmenten unterschiedlicher mittlerer Korngröße.</p>
Bindemittel
<p>Das Bindemittel ist die filmbildende, polymere Komponente einer Beschichtungsrezeptur. Nach DIN 55945 werden auch Weichmacher, Trockenstoffe und andere, nicht flüchtige Hilfstoffe zum Bindemittel zugerechnet.</p>
Bindemittelbedarf
<p>Der Bindemittelbedarf eines Pigmentes oder Füllstoffs wird bestimmt, in dem man zu einer vorgegebenen Menge des Feststoffpulvers Bindemittellösung zutropft und innigst vermischt. Der Bindemittelbedarf ist dabei die Menge an Bindemittellösung ( bezogen auf Pigmentmenge ), die benötigt wird, um eine frei fließende Paste zu erhalten, die von einem Glasstab abläuft. Die Bestimmungsmethode ist analog der Bestimmung der Ölzahl. Die Bindemittelbedarfszahl kann bei der Formulierung von Mahlpasten von Nutzen sein.<br /> <em>Näheres hierzu : siehe ‚ Dispergieren mit dem Labordissolver DISPERMAT’, VMA Getzmann GmbH und DIN 55943</em></p>
Bindemittelschock
<p>Bei der Zugabe von Bindemittellösung zu einer Mahlpaste beim Auflacken kann es zu einer Ausfällung des Bindemittels kommen, wenn es in der Mahlpastenrezeptur nicht gut löslich ist. Das angefallene Bindemittel führt zu Stippen in der aufgelackten Rezeptur. Der Bindemittelschock lässt sich durch Verwendung guter Lösemittel in der Mahlpaste vermeiden.<br /> <span class="small"><em>Lit : H. Sander, Farbe + Lack 77 ( 1971 ) Nr. 9, S. 891 f</em></span></p>
Blanc fixe
Bezeichnung für gefälltes Bariumsulfat ( französisch: "beständiges Weiß")
Blaupastenverfahren
<p>Methode zur Bestimmung des Lichtstreuvermögens von Weißpigmenten</p>
Blockfestigkeit
<p>Verschiedene Werkstücke sollen kurz nach ihrer Beschichtung stapelbar sein, ohne dass die Teile aneinander kleben. Die Eigenschaft, möglich wenig Neigung zum Kleben zu haben, wird Blockfestigkeit genannt</p>
Brechzahl
<p>Die Brechzahl (Refraktionsindex ) eines Stoffes ist ein Maß für seine optische Dichte, d. h. die Eigenschaft dieses Stoffes, einen schräg einfallenden Lichtstrahl zum Einfallslot hin zu brechen. Es gilt das Snelliussche Brechungsgesetz. Bei Pigmenten und Füllstoffen spielt deren Brechzahl eine Rolle für ihre Fähigkeit, sichtbares Licht zu streuen ( Vgl. Mie Theorie ). Das Streuvermögen und damit das Deckvermögen von Weißpigmenten hängt stark von der Höhe ihrer Brechzahl ab</p>
C. I.
<p>Der ‚Colour Index’ ist eine Auflistung kommerzieller Pigmente und Füllstoffe, bei der diese nach ihrer chemischen Grundstruktur geordnet sind.</p>
Channelruße
Nach dem Channelverfahren hergestellte Gasruße. Zu ihrer Herstellung wird Erdgas thermisch zersetzt und der dabei entstehende oberflächenreiche, kolloidale Ruß mit zerklüfteter, poriger, saurer Oberfläche in sogenannten ‚Channeln’ aus Eisen abgeschieden. Die Dispergierung dieser Ruße ist aufgrund ihrer Feinteiligkeit nicht ganz einfach (Vgl. Gasruße)
D
DD – Lack
<p>Handelsbezeichnung der Bayer AG für 2-Komponenten Polyurethanlacke bestehend aus einem isocyanatgruppenhaltigen Harz (Desmoder) und einem hydroxylgruppenhaltigen Harz (Desmophen)</p>
Deckvermögen
<p>Deckvermögen ist die Fähigkeit einer Beschichtung, den Untergrund vor Lichteinfall zu schützen. Gewöhnlich wird das Deckvermögen in Quadratmeter pro Gramm Farbe angegeben. Zum Deckvermögen tragen sowohl Pigmente bei, die das Licht streuen, als auch Pigmente, die Licht absorbieren. Dabei ist die Lichtabsorption sehr wirkungsvoll, weshalb durch geringfügiges Abtönen der Farben das Deckvermögen bereits deutlich angehoben werden kann.</p>
Deionisiertes Wasser
<p>Beim Durchleiten von mit Salzen verunreinigtem Wasser durch Ionenaustauscher (Kationenaustauscher und Anionenaustauscher) werden die gelösten Kationen (meist Alkali- und Erdalkaliionen) gegen Protonen ausgetauscht, während die Anionen gegen Hydroxylionen ausgetauscht werden. Für viele technische Zwecke stören nur die Kationen, die man durch einen Kationenaustauscher entfernt. In diesem Fall spricht man von "teilentsalztem Wasser" ‚ während völlig deionisiertes Wasser in der Technik als "vollentsalzt" ( VE-Wasser ) bezeichnet wird.</p>
Dilantantes Fließverhalten
<p>Unter dilatantem Fließverhalten (= Dilatanz) versteht man das rheologische Verhalten, bei dem eine Flüssigkeit bei aufsteigender Schergeschwindigkeit mit einem überproportionalen Anstieg der Schubspannung und damit der Viskosität reagiert. Ein bekanntes Beispiel ist Brotteig. Aber auch festtoffreiche Mahlpasten zeigen diese Eigenschaft, die in Maßen für Dispergierungen mit dem Dissolver vorteilhaft ist. Mahlpasten zur Verarbeitung mit Schüttelgeräten oder Rührwerkskugelmühlen dürfen hingegen kein dilatantes Fließverhalten aufweisen.</p>
Dipolmoment
In der Lackindustrie wird unter Dipolmoment i.A. das elektrische Dipolmoment verstanden.Moleküle, die eine asymmetrische Verteilung der Ladungsverteilung aufweisen, besitzen ein Dipolmoment aufgrund a. unterschiedlicher Elektronegativitäten der Atome ( permanentes Dipolmoment ) bzw. b. unterschiedlicher Polarisierbarkeit, d. h. Verschiebbarkeit der Ladungen beim Einbringen in ein elektrisches Feld (induziertes Dipolmoment). Dipolmomente bestimmen den polaren Charakter von Molekülen.
Dispergieren
<p>Das Verfahren, bei dem Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe in einer kontinuierlichen flüssigen Phase fein verteilt werden, bezeichnet man als Dispergieren. Im Gegensatz zu Lösungen ist den Systemen, die durch Dispergieren erzeugt werden, gemeinsam, dass eine Phasengrenzfläche zwischen dem dispergierten Gas, Flüssigkeit oder Feststoff und der durchgehenden flüssigen Phase erhalten bleibt. In der Lacktechnologie ( DIN 55943 ) versteht man unter Dispergieren im allgemeinen das Zuteilen von Agglomeraten in kleinere Agglomerate, Aggregate und Primärartikel. Während des Dispergierens wird die Feststoffoberfläche durch flüssige Bestandteile der Mahlpastenformulierung benetzt ( Vgl. Benetzen ) und die entstehenden kleineren Partikel homogen im Dispergiermedium verteilt. Wünschenswert ist in der Regel, dass diese Teilchen dann gegen Flockung stabilisiert sind. Das Dispergieren lässt sich daher gedanklich in die Teilschritte a. Benetzen der Feststoffoberfläche b. Mechanische Zerteilung der Agglomerate und c. Stabilisierung kleinerer Agglomerate, Aggregate und Primärartikel gegen Flockung auftrennen.</p>
Dispergierhärte
<p>Nach DIN 53238 versteht man unter der Dispergierhärte eine prozentuale Farbstärkezunahme zwischen zwei beliebig festlegbaren Dispergierstufen . Da die Farbstärke meistens als Funktion der Dispergierdauer bestimmt wird, ist sie ein Maß für die Farbstärkezunahme, die durch längeres Dispergieren erzielbar ist. Die allgemeine Definitionsgleichung lautet : D = 100 x ( (F2/F1) – 1 ) wobei D = Dispergierhärte, F1 = Farbstärke der Mahlpaste nach der Zeit t1 und F2 die Farbstärke nach der Zeit t2 ist ( t2 >t1 ) Aus gundsätzlichen Zusammenhängen ( Vgl. DISPERMAT RD-Broschüre ) ergibt sich, dass die Dispergierhärte nur unter exakt definierten Bedingungen (Mahlpastenformulierung, Dispergiergerät, Zeitdauer etc.) aussagekräftig ist. Da die Absolutgröße der Farbstärke nicht in die Gleichung eingeht, kann bei alleiniger Angabe von D in dem Fall, dass sich ein Pigment fast gar nicht dispergieren lässt, ein irreführendendes Ergebnis herauskommen. Die Dispergierhärte ist von der Eigenhärte zu unterscheiden.</p>
Dispergierhilfsmittel
<p>Dispergierhilfsmittel sind Additive, die in Lack- und Farbrezepturen die Neigung haben, sich an Pigment- und Füllstoffoberflächen anzulagern. Somit fördern sie die Benetzung der Feststofe. Dispergierhilfsmittel können oligomer oder makromolekular sein. In jedem Fall sollten sie über Haftgruppen mit hoher Affinität zur Pigmentoberfläche verfügen und eine nicht allzu gute Löslichkeit in den verwendeten Bindemittellösungen aufweisen.</p>
Dispersionsfarbe
<p>Wasserverdünnbare Farbe, bei der das Bindemittel durch eine Emulsionspolymerisation hergestellt wurde und somit als Schutzkolloid umgebenes Latex vorliegt. Mit höherer Pigmentierung werden Dispersionsfarben als Wandfarben für Innenanwendungen eingesetzt. Mit niedriger Pigmentierung (Glanzdispersionen) eignen sie sich auch als Fassadenfarbe, die über eine gewisse Wetterbeständigkeit verfügen müssen. Für Außenanwendungen sind Dispersionsfarben mit Aligziden ausgerüstet, wobei sich die Kombination metallorganischer Algizide (Kurzzeitwirkung) mit Lithopone (Langzeitwirkung) zur Verhinderung von Algenbewuchs besonders bewährt hat. Die herkömmlichen Reinacrylat- und Styrol/Acrylatdispersionen sind in den letzten Jahren durch Polyurethandispersionen verschiedener Hersteller ergänzt worden.</p>
Dissolver
Dispergiergerät, bestehend aus einer Rührwelle, an deren Ende eine Zahnscheibe angebracht ist. VMA-GETZMANN stellt eine breite Palette verschiedener Ausführungen her. Die Anwendung der Labordissolver DISPERMAT ist in der Broschüre ‚ Dispergieren mit dem Labordissolver DISPERMAT (VMA-GETZMANN GMBH) beschrieben.
DLVO Theorie
Unabhängig voneinander haben sich Darjaguin und Lanau (Russland) und Verwey und Overbeek (Niederlande) in den dreißiger und vierziger Jahren eine Theorie zur elektrostatischen Stabilisierung von kolloidalen Teilchen in wässrigen Suspensionen erarbeitet . Nach den Namen dieser Forscher erhielt die Theorie ihre Bezeichnung DLVO. Die Grundzüge der DLVO Theorie bestehen in der Berücksichtigung anziehenden van der Waals Kraft und der abstoßenden Kraft durch gleichnamige elektrostatische Aufladung der Teilchen. Überwiegt bei jedem Teilchenabstand die abstoßende Kraft, so sind die Teilchen gegen Flockung stabil.
Doughnut Effekt

<p>Erscheinungsbild der Mahlpaste beim Dispergieren mit einem Dissolver beim Vorliegen einer guten Mahlpastenrheologie und optimaler Drehzahl und damit Umfangsgeschwindigkeit der Dissolverscheibe. (Vgl. Dissolver)</p>
Drehmoment
<p>Ist senkrecht zur Mittelachse einer Rührwelle ein Hebelarm der Länge l angebracht, an den wiederum senkrecht eine Kraft K angreift, so wirkt auf die Rührwelle ein Drehmoment M der Größe :<br /> <br /> <strong>M = K x l </strong><br /> Die Messung des Drehmoments einer Rührwelle ermöglicht in Kombination mit einer Drehzahlbestimmung (Vgl. Drehzahl) die Ermittlung der mechanischen Rührleistung, die der wesentliche energetische Parameter ist, der mit dem Dispergiererfolg in Beziehung steht.</p>
Drehzahl
Die Drehzahl ist die Zahl der vollen Umdrehungen einer Welle bezogen auf eine Zeiteinheit. Technisch wird die Drehzahl oft als Umdrehungen pro Minute (UpM) oder bei langsamen Drehbewegungen, in Minuten pro Umdrehung’ angegeben.
Dry hiding Effekt
<p>Zusammengesetzt aus den englischen Worten dry = trocken und hiding = Deckvermögen. Bei lichtstreuenden Pigmenten ( vgl. Mie’sche Theorie ) hängt das Deckvermögen einerseits von der Teilchengröße im Verhältnis zur Wellenlänge des eingestrahlten Lichts und andererseits von der relativen Brechzahl, dem Quotienten aus Brechzahl des Pigments zu Brechzahl des Mediums, ab. Dieser Quotient steigt bei der kritischen PVK (Pigmentvolumen Konzentration) sprunghaft an, wobei auch die Lichtstreuwirkung entsprechend zunimmt. Dispersionsfarben für Innenanwendungen (Wandfarben) sind oftmals überkritisch Pigmentiert, so dass auch Füllstoffe, die in der flüssigen Farbe nur wenig Licht streuen, im getrockneten Film einen Streuvermögensbeitrag leisten. Man spricht in diesem Zusammenhang vom dry hiding Effekt.</p>
Durchtrocknen
<p>Das Durchtrocknen von Beschichtungen hängt bei physikalisch trocknenden Systemen von der Lösemittelverdunstungsgeschwindigkeit (Vgl. Retention) ab. Bei oxidativ trocknenden Systemen spielen zusätzlich die zugesetzten Trockenstoffe und die Reaktionsfähigkeit des Bindemittels, d.h. die Zahl der Doppelbindungen eines Bindemittels eine Rolle. Bei Reaktivharzen tritt an dessen Stelle die Art und Anzahl reaktiver Gruppen. Bis zur Durchtrocknung zeigen Beschichtungen noch nicht ihre endgültigen mechanischen Schutzeigenschaften. Das Durchtrocknen kann relativ lange dauern, weshalb man beispielspielsweise nicht mit einem neuen Kraftfahrzeug durch eine Waschanlage fahren sollte.</p>
Dynamische Viskosität
<p>Herleitung : Zwei Platten der Fläche A seien im Abstand h parallel zueinander angebracht. Zwischen den Platten befindet sich eine Flüssigkeit mit Newton’schem Fließverhalten. Eine der Platten wird mit der Kraft K (wie in der Abbildung gezeigt) gezogen, so dass sie sich mit der Geschwindigkeit v fortbewegt. Dann ist K/A proportional zu v/h. Der Quotient K/A wird Schubspannung und v/h die Schergeschwindigkeit (D) genannt. Die Proportionalitätskonstante ist die dynamische Viskosität η. Die dynamische Viskosität ist ein Maß für die innere Reibung oder "Zähigkeit" einer Flüssigkeit.</p>
E
Echte Lösung
<p>Bei einer echten Lösung liegt der gelöste Stoff in atomarer, ionischer oder molekularer Form verteilt in dem Lösemittel vor. Beispiel hierfür ist ein Edelgas in einer Flüssigkeit (atomar) in Salz in Wasser (ionisch) oder ein Polymer als frei durchspültes Knäuel in einem Lösemittel. Echte Lösungen sind von kolloidalen Lösungen zu unterscheiden.</p>
Effektpigmente
<p>Pigmente, die ein vom Beleuchtungs- und Beobachtungswinkel abhängiges Färbeverhalten zeigen. Beispiele sind Metallicpigmente (siehe Metalleffekt Lacke) und Perlglanz Pigmente.</p>
Eigenhärte
<p>Die Eigenhärte eines Pigmentes oder Füllstoffs ist die Härte des Primärteilchens als Materialeigenschaft. Bei anorganischen Pigmenten und Füllstoffen dient die Mohr’sche Härte als Maß für die Eigenhärte (Vgl. DIN 55943, April 1978).</p>
Einbrennlack
Lacke, die zur Aushärtung eine erhöhte Temperatur benötigen (Aktivierungsenergie der Vernetzungsreaktion) werden Einbrennlacke genannt. Übliche Einbrennbedingungen für solche Systeme liegen bei Einbrenntemperaturen zwischen 120°C und 150°C und Einbrennzeiten zwischen 20 min und 30 min.
Einkomponentensysteme
<p>Beschichtungsstoffe, die ohne zusätzlich zuzugebendes Härterharz aushärtbar sind.</p>
Elektrophoretische Beweglichkeit
Wanderungsgeschwindigkeit eines Teilchens mit elektrostatischer Aufladung in einer Suspension, an die ein elektrisches Feld angelegt ist. Die elektrophoretische Beweglichkeit wird in der Dimension einer Geschwindigkeit pro angelegter Feldstärkeeinheit angegeben. (S. auch Mikroelektrophorese, elektrostatische Doppelschicht, elektrostatische Abstoßung, Stabilisierung, DLVO Theorie, Zetapotential)
Elektrostatische Abstoßung
<p>Auf kolloidale Teilchen, die von einer elektrostatischen Doppelschicht umgeben und gleichnamig aufgeladen sind (gleiches Vorzeichen der Ladung) wirkt eine elektrostatische Abstoßungskraft. Die elektrostatische Abstoßung kann in organischen und wässrigen Systemen einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung der Teilchen gegen Flockung beitragen (Vgl. Coulomb Kräfte)</p>
Elektrostatische Doppelschicht
<p>Ein Begriff aus der Theorie zur elektrostatischen Stabilisierung kollodialer Teilchen (Vgl. DLVO Theorie). Kollodiale Teilchen können durch unterschiedliche Mechanismen eine Oberflächenladung erhalten :</p><ol> <li>Dissoziation Oberflächenständiger Gruppen</li> <li>Adsorption von Ionen aus der Lösung</li> <li>Adsorption von Polyelektrolyten aus der Lösung</li> </ol><p><br /> Die durch diese Vorgänge direkt an der Teilchenoberfläche befindlichen Ladungsträger nennt man die potentialbestimmenden Ionen. Sie bestimmen die Wanderungsrichtung der kollodialen Teilchen in einem elektrischen Gleichspannungsfeld. Man nimmt an, dass diese Ladungsträger auch in den Fällen b. und c. sehr fest adsorbiert sind und sich daher auch in strömender Umgebung nicht ablösen.. Man spricht von dem inneren Teil der elektrostatischen Doppelschicht. Daran schließt sich ein Bereich an, in dem vornehmlich zu den potentialbestimmenden Ionen entgegengesetzt geladene Ionen sich aufhalten.<br /> <br /> Dies ist der äußere Teil der Doppelschicht, der bis zur elektroneutralen, d.h. Identische Anzahl positiver und negativer Ionen enthaltenden, Lösung reicht.</p>
Elektrostatische Pulverlackierung
<p>Pulverlacke werden entweder elektrostatisch oder durch kurzes Tauchen eines vorgeheizten Objekts in ein Fließbett des Pulverlack appliziert. Bei der elektrostatischen Pulverlackierung wird das Pulver entgegengesetzt zum Ladungszustand des zu beschichtenden Objekts aufgeladen. Der Pulverlack enthält eine positive Ladung durch turboelektrische Aufladung an Polytetrafluorethylen.<br /> <br /> Gebräuchliche sind Anlagen, bei denen der Pulverlack durch Corona Auflackung (Vgl. Corona Verfahren ) negativ geladen wird. Nach der Applikation der Pulverlacke erfolgt in jedem Fall eine Hitzebehandlung (Vgl. Einbrennlack) zur Härtung der Beschichtung.</p>
Elektrostatisches Lackieren
<p>Ein Beschichtungsverfahren, bei dem elektrostatische aufgeladene Lacknebeltröpfchen auf ein zu beschichtendes Objekt mit entgegengesetzter Aufladung aufgebracht werden.<br /> <br /> Es lassen sich Verfahren unterscheiden, bei denen die Vernebelung des flüssigen Lackes auf elektrostatische Aufladung allein zurückzuführen ist und solche Verfahren, bei denen die Vernebelung durch mechanische Einwirkung verursacht oder unterstützt wird. Der wesentliche Vorteil elektrostatischer Lackiermethoden liegt in der Gerichtetheit des Sprühgels zum Objekt hin, wodurch weniger Overspray entsteht und glänzende Beschichtungen erhalten werden.</p>
Emulgatoren
<p>Wasser und ölige Flüssigkeiten sind nicht oder nur sehr wenig miteinander mischbar. Durch Zusatz von Stoffen, die aus stäbchenförmigen Molekülen mit einem hydrophilen und einem hydrophoben Ende bestehen, lassen sich jedoch Emulsionen von Öltropfen in Wasser oder Wassertropfen in Ölen herstellen. Solche Stoffe heißen Emulgatoren.<br /> <br /> Beispiele für Emulgatoren sind das Natriumsalz der Paratoluolsulfonsäure und das Natriumsalz des Laurylsulfats. Emulgatoren eignen sich auch als Waschrohstoffe, da Schmutz normalerweise fettähnliche Bestandteile enthält, die durch Emulgatoren "wasserlöslich" werden (Vgl. Schutzkolloid)</p>
Emulsion
<p>Eine Mischung nicht ineinander löslicher flüssiger Komponenten, bei denen die eine Komponente in Form sehr feiner Tröpfchen oder Teilchen in der zweiten Komponente verteilt vorliegt, bezeichnet man als eine Emulsion. Emulsionen neigen zur Phasentrennung, d. h. Entmischung, wenn sie nicht durch Emulgatoren stabilisiert sind.</p>
Emulsionspolymerisation
Polymerisationsverfahren zur Herstellung von Latex. Bei der Emulsionspolymerisation werden die Monomeren zusammen mit einem Emulgator und einem Initiator für radikalische Polymerisationen in Wasser eingebracht. Der Emulgator bildet Micellen, in denen sich die Monomermoleküle durch Diffusion aus den Monomertröpfchen durch die wässrige Phase hindurch ansammeln. In diesen Micellen wird eine radikalische Polymerisation durch den Zerfall des Initiators durch Aufheizung verursacht. Als Endergebnis der Emulsionspolymerisation entstehen feinste Polymerkügelchen (Latex) die mit Emulgator ("Schutzkolloid")’ umhüllt sind und die Bindemittelbasis für Dispersionsfarben darstellen.
Energieeintrag
<p>Der Begriff "Energieeintrag" in ein Dispergiergerät wird leider sehr vielschichtig verwendet. Oftmals wird damit die Stromaufnahme in Verbindung gesetzt. Bei Dispergierprozessen ist aber vom energetischen her entscheidend, welche mechanische Leistung auf die Mahlpaste einwirkt.<br /> <br /> Physikalisch ist Energie die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Energie lässt sich also in Arbeit überführen. Energie und Arbeit haben die Dimension Kraft mal Weg. Aus diesen Größen ‚Energie’ bzw. ‚’Arbeit’ ist der physikalische Begriff der Leistung abgeleitet. Leistung ist definiert als Arbeit pro Zeiteinheit (Dies ist sehr anschaulich, denn derjenige leistet am meisten, der die meiste Arbeit in der geringsten Zeit bewältigt) . Beim Dispergieren wird Energie E beispielsweise in Form einer Rührleistung P in die Mahlkammer eingetragen.<br /> <br /> Es gilt die Gleichung<br /> <strong>P = E / t </strong><br /> <br /> Wobei t = eine Zeiteinheit ist.<br /> <br /> Experimentell stellt man fest, dass der Dispergiererfolg (z.B. der Glanz einer Beschichtung aus der Mahlpaste oder die Farbstärke der Mahlpaste selbst ) direkt von dem Betrag der Rührleistung und damit von der ständig eingebrachten Energie E abhängt.<br /> <span class="small"><em>( Vgl hierzu : Lit.: B. Winkler, L. Dulog, Farbe + Lack 96, Nr. 4 (1984) 244 und 90 Nr. 5 (1984) 354 ) </em></span><br /> <br /> Diese Tatsache hat zu den patentierten leistungskontrollierten Perlmühlen der VMA-Getzmann GmbH geführt. Eine Größe, die oftmals fälschlicherweise als dispergiererfolgsrelevanter Energieeeintrag angesehen wird, ist die Dispergierarbeit. Die Dispergierarbeit A ist die während der Dispergierdauer d insgesamt eingebrachte Arbeit bzw. Energie<br /> <strong>A = P x d = E / t x d </strong><br /> <br /> Die Dispergierarbeit steht nur bei sehr hohen Energieeinträgen E, d.h. wenn nicht die Rührleistung sondern die Dispergierdauer die erfolgsbegrenzende Größe ist, im direkten Zusammenhang mit dem Dispergiererfolg.</p>
Entlüften
<p>Beim Dispergieren kann Luft in Form kleiner Bläschen in die Mahlpaste untergerührt werden. Diese Luft kann bei der Applikation von Beschichtungen zu Nadelstichen oder Kratern führen. Daher werden Mahlpasten bei Bedarf entlüftet. Die gängigsten Verfahren sind Anlagen von Vakuum (Vgl. Vakuum Dissolver) und das Entlüften durch eine Dreiwalzen-Dispergierung. In vielen Fällen hilft jedoch auch das Gießen der Mahlpaste durch ein Sieb oder einen Filter. Bei Schaumentwicklung kann die Verwendung eines Entschäumers helfen.</p>
Entschäumer
Entschäumer sind grenzflächenaktive Substanzen, die an die Grenzfläche Flüssigkeit / Gas gehen und dort die Grenzflächenspannung heraufsetzen. Dadurch zerbersten Schaumlamellen an der Lackoberfläche während die Gasbläschen im Inneren der Lacke zu größeren Blasen mit geringerer Gesamtgrenzfläche koaleszieren sollten, die besser an die Oberfläche aufsteigen können. Oftmals handelt es sich um Silikone, während für wässrige Systeme auch Mineralöle eingesetzt werden. Die destabilisierende Wirkung auf Schaumlamellen wird oft durch feinteilige Feststoffe wie SiO2, Metallstearate etc. verstärkt.
Epoxidharze
<p>Epoxidharze sind synthetische Polymere, die als Struktureinheit und funktionelle Gruppe, die an der Härtungsreaktion teilnehmen, Epoxidgruppen tragen. Man unterscheidet Bisphenol A-Harze, die aus der Reaktion von Bisphenol A mit Epichlorhydrin entstehen und Bisphenol F Harze, die am Bisphenol F und Epichlorhydrin synthetisiert werden. Darüber hinaus sind heterocylische Epoxydharze ( triclycidyl isocyanurat ) als Pulverlack Bindemittel von technischer Bedeutung. Epoxydharze lassen sich mit Polyaminen, Thiolen, Isocyanaten, Aminoharzen etc. härten.<br /> <span class="small"><em>Lit. : H. Gempeler, W. Schneider in ‚Ullmann’, 5. Auflage, VCH (1991), Band 18, S. 407-414</em></span></p>
Erichsen Tiefung
DIN-genormtes Verfahren ( DIN 53156 ) zur Prüfung der Elastizität und Haftung einer Beschichtung auf metallischen Untergründen, bei dem mit einem Mikroskop die Lackoberfläche angeschaut wird, während ein kugelförmiger Körper von hinten das Blech verformt. Als Tiefungswert wird die Eindringtiefe des Dorns registriert, bei dem Risse im Lack erkennbar werden.
ETL
<p>Abkürzung für Elektrotauchlackierung. Bei ETL-Verfahren werden wässrige Lösungen von ionischen Polymeren als Bindemittel benutzt. Diese Polymeren haben eine elektrostatische Ladung und wandern daher in einem elektrischen Gleichspannungsfeld zur Elektrode mit gegensinniger Aufladung. Bei ETL-Verfahren bildet das zu beschichtende metallische Werkstück diese Elektrode. Dort scheidet sich das Polymer ab und kann später durch Einbrennen ausgehärtet werden. Vgl. Anaphorese und Kataphorese.</p>
F
Farbe
<ol> <li>Mit dem Begriff Farbe wird der Sinneseindruck beschrieben, den ein Beobachter durch Aufnahme von sichtbarer Strahlung durch das Auge empfindet. (Vgl. Farbmessung, Farbmessgerät, Farbmetrik). Die Farbe ist durch Farbton, Sättigung und Helligkeit gekennzeichnet.</li> <li>In der Umgangsprache wird Farbe auch im Sinne von Anstrichstoff oder Beschichtung benutzt.</li> </ol>
Farbmessgeräte
<p>Farbmessgeräte sind Instrumente, mit denen ein Körper oder Stoff mit definierten Lichtwellenlängen beleuchtet (durchleuchtet ) werden kann und die remittierte (transmittierte) Strahlungsintensität gemessen werden kann.<br /> <br /> Man unterscheidet zwischen Tristimulusgeräten und Spektralphotometern. Bei Tristimulusgeräten wird die Farbmessung mit den genormten Farbfiltern (Vgl. Normspektralwertfunktionen) Rot, Grün und Blau durchgeführt, um daraus die Normfarbwerte X, Y und Z zu errechnen. Spektrophotometer sind Geräte, bei denen an Stelle der genormten Farbfilter Rot, Grün und Blau wellenlängen-aufgelöst gemessen wird.<br /> <br /> Im letzteren Fall erhält man die spektrale Reflexionskurve, die mit Hilfe der Strahlungsintensitätsfunktion der beleuchtenden Strahlung und den Normspektralwertfunktionen Rot, Grün und Blau ebenfalls zu Normfarbwerten X, Y und Z führt.</p>
Farbmetrik
<p>Die Farbmetrik ist eine Wissenschaft, die sich mit der Messung und Quantifizierung von Farbe befasst. Zur Messung der für die Farbe verantwortlichen Remissionen dienen Farbmessgeräte.<br /> <br /> Aus den Remissionen lassen sich die auf das Normvalenzsystem bezogenen Farbwerte, die Normfarbwerte X, Y und Z ermitteln. Durch eine Rechenoperation entstehen hieraus die Normfarbwertanteile x, y und z, die die Farbe quanitfizieren. Eine alternative Quantifizierungsmöglichkeit besteht in der Angabe von x, y und Y. Y, der Normfarbwert für das Grünfilter, wird auch Hellbezugswert genannt.<br /> <br /> Eine weitere Quanitfizierungsmöglichkeit besteht in der Angabe von Farbsättigung und Helligkeit. Die Zusammenhänge sind in DIN 5033, Teil 1 – 9 zusammengefaßt.<br /> <br /> Eine weitere Quantifizierung der Farbe ist nach dem L*, a*, b* Farbenraum CIE 1976 möglich. Die Zusammenhänge sind in DIN 6174 dargestellt. L* gibt die empfindungsgemäße Helligkeit wieder, a* den Ort auf einer grün/rot Achse und b* auf einer blau/gelb Achse wieder. L*, a* und b* Achsen stellen ein rechtwinkliges Koordinatensystem dar.</p>
Farbmittel
<p>Farbmittel ist der Oberbegriff für alle farbgebenden Substanzen. Die Farbmittel werden nach DIN 55944 eingeteilt in organische und anorganische Farbmittel und diese jeweils weiter in natürliche und synthetische. Weiter wird unterschieden zwischen Pigmenten und Farbstoffen.</p>
Farbstärke
<p>Die Farbstärke ist ein Maß für die Fähigkeit eines Farbmittels, aufgrund seines Absorptionsvermögens farbgebend auf andere Stoffe zu wirken (DIN 55986 / April 1981). Die Farbstärke eines Buntpigments wird in Abmischung mit einem Weißpigment bestimmt und ist definiert als das Verhältnis K/S wobei K der Absorptionskoeffizient K und S der Streukoeffizient ist.<br /> <br /> Die Farbstärke wird aus dem in Absorptionsmaximum gemessenen Reflexionsgrad bestimmt. Die Farbstärke hängt von dem Dispergierzustand von Pigmenten ab und steigt mit zunehmend besserer Verteilung bis zu einem systemabhängigen Grenzwert an. Der Dispergierverlauf lässt sich daher durch Farbstärkebestimmungen verfolgen ( DIN 53238, Teil 22 )</p>
Farbstoffe
Farbstoffe sind Farbmittel, die in dem Anwendungssystem löslich sind.
Farbtiefe
Die Farbtiefe ist ein Maß für die Intensität oder Sättigung einer Farbempfindung. Färbungen mit gleicher Farbtiefe erwecken den Anschein als wären sie mit gleich Farbstarken Farbmitteln hergestellt worden.
Farbton
<p>Der Farbton ist die Eigenschaft, in der sich eine bunte Farbe von einer unbestimmten unterscheidet</p>
Festkörpergehalt
<p>Mit Festkörpergehalt bezeichnet man den nach der Härtung verbleibenden, d. h. nicht flüchtigen Anteil einer Beschichtung. Der Festkörpergehalt wird meist als auf Gesamtmasse der Formulierung prozentualer Anteil angegeben.</p>
Festkörperreiche Lacke
Lacke mit einem Festkörpergehalt von über 85 % sind festkörperreiche Lacke (high solids paints). Im allgemeinen Sprachgebrauch werden auch Formulierungen mit niedrigeren Festkörpergehalten als festkörperreiche Lacke bezeichnet, sofern sie im Vergleich zu herkömmlichen Systemen einen höheren Festkörpergehalt von mindestens über 60 % haben.
Filmziehgerät
<p>Ein Gerät, mit welchem eine Filmziehrakel (Vgl. Rakel) mit definierten Geschwindigkeiten über einen zu beschichtenden, planen Untergrund geführt werden kann. Um das Verrutschen von leichteren Untergründen ( z. B. Kontrastkartons ) zu verhindern, lassen sie sich durch Vakuum ansaugen.</p>
Flammpunkt
Diejenige Temperatur, bei der sich über einer Flüssigkeit ein zündfähiges Gasgemisch einstellt.
Fließgrenze
<p>Flüssigkeiten, die im Ruhezustand gelartig sind und erst nach Einwirkung einer bestimmten Schubsspannung anfangen zu fließen, haben eine Fließgrenze. Die Fließgrenze ist identisch mit dieser Grenzschubspannung. Bei Beschichtungen ist eine Fließgrenze nach der Applikation wünschenswert, um Läufer zu vermeiden.</p>
Fließkurve
<p>Bei der Zugabe von Bindemittellösung zu einer vorgelegten Menge an Pigment oder Füllstoff ist der Fließpunkt (nach Daniel) dann erreicht, wenn die vermischte Paste frei von einem Glasstab abläuft und sich zum Schluß ein oder zwei Tropfen vom Glasstab lösen. Auf der Bestimmung des Fließpunkts für Bindemittellösungen abgestufter Konzentrationen beruht ein Mahlpasten Optimierungsverfahren.<br /> <span class="small"><em>Lit. W. Liehr, Farbe + Lack 71 ( 1965 ) 625</em></span></p>
Fließverhalten
<p>Zur Beschreibung des Fließverhaltens von Flüssigkeiten und Feststoffsuspensionen dienen verschiedene Begriffe. Flüssigkeiten, bei denen die dynamische Viskosität unabhängig von der Schergeschwindigkeit ist, nennt man Newton’sche Flüssigkeiten. Hat eine Newton’sche Flüssigkeit eine Fließgrenze, so spricht man von einer Bingham’schen Flüssigkeit.<br /> <br /> Nimmt die dynamische Viskosität mit steigender Schergeschwindigkeit zu, spricht man von Dilatanz oder dilatantem Fließverhalten. Darüberhinaus kann das Fließverhalten auch von der Dauer einer Scherung abhängen : Nimmt die dynamische Viskosität bei längerer Scherung ab, so handelt es sich um Thixotropie ( thixotropes Fließverhalten ). Nimmt sie hingegen zu, so wird die Flüssigkeit als rheopex bezeichnet ( Rheopexie ).</p>
Flockulate
Ansammlungen von Teilchen, die aus einer Suspension durch Flockung entstanden sind und oftmals band- oder netzartige Strukturen aufweisen, werden als Flockulate bezeichnet.
Flockung
Mit Flockung bezeichnet man die gegenseitige Anlagerung kolloidaler Teilchen aneinander unter Ausbildung von mehr oder weniger locker gepackten Flockulaten. Eine Flockung von Teilchen tritt dann ein, wenn in einem bestimmten Abstand der Teilchen die anziehenden Kräfte (van der Waals Kraft, Coulomb-Kraft durch Ungleichnamige elektrostatische Aufladung, magnetische Kraft) gegenüber den abstoßenden teilchenstabilisierenden Kräften (Coulomb Kraft durch gleichnamige Aufladung, sterische Stabilisierung durch adsorbierte Polymere) überwiegen.
Ford Becher
<p>Becher zur Bestimmung der Auslaufzeit nach ASTM Standard D 1200 </p>
Füllstoffe
Pulverförmige Feststoffe, die Beschichtungsformulierungen zum Zweck der Erzielung bestimmter anwendungstechnischer Eigenschaften ( z. B. Applikationseigenschaften, Fließverhalten, mechanische Eigenschaften ) oder aus Preisgründen ( Extender ) zugegeben werden. Füllstoffe unterscheiden sich von Pigmenten darin, dass sie nicht zum Zweck der Farbgebung eingesetzt werden.
Fungizide
<p>Additive, die dem Pilzbewuchs auf Beschichtungen vorbeugen.</p>
Gebinde
<p>Bezeichnung für Aufbewahrungs- oder Liefergefäße für Beschichtungsstoffe</p>
Gitterschnittprüfung
<p>Methode zur Bestimmung der Haftung von Beschichtungsstoffen nach DIN ISO 2409, bei der mit Hilfe eines Ritzmessers ein kreuzförmiges Gitterschnittmuster in die Beschichtung geritzt wird und visuell die dabei auftretende Enthaftung beurteilt wird.</p>
Glanzmessung
<p>Methode zur Bestimmung der reflektorischen Streuung von Licht an einer Oberfläche im Vergleich zu einer Schwarzglas-Standardoberfläche. Mit zunehmend besserer Dispergierung der Pigmente und Füllstoffe erhöht sich der Glanz einer Beschichtung.</p>
Glasübergangstemperatur
<p>Eine Temperatur unterhalb des Erstarrungspunkts von ( vernetzten ) Polymeren, bei deren Überschreitung das Polymer im festen Zustand verbleibt, jedoch einzelne Kettensegmente beweglich werden. Die Glasübergangstemperatur ist sehr bedeutsam im Hinblick auf physikalische Eigenschaften von Beschichtungen wie Härte, Elastizität, Permeabilität und Haftung.</p>
Grenzflächenspannung
<p>Die Grenzflächenspannung ist die Gibb’sche freie Energie, die angewendet werden jeweils zum Vakuum zu erzeugen. Bei nicht mischbaren Flüssigkeiten lässt sich die Grenzflächenspannung analog einer Oberflächenspannung direkt messen. Die Grenzflächenspannung ist die Ursache dafür, dass Öl in Wasser- oder Wasser in Öl-Emulsionen normalerweise thermodynamisch instabil sind und sich nach einiger Zeit wieder entmischen.</p>
Grindometer
Das Grindometer dient der Abschätzung der Feinheit einer Pigmentdispergierung. Das Grindometer besteht aus einem Metallblock, in den eine nutartige Rinne schräg eingefräst ist, die von einer vorgegebenen Tiefe bis zur Tiefe Null ansteigt. Eine Skalierung neben der Rinne zeigt die jeweilige Tiefe an. Ein Tropfen der Mahlpaste wird in den tiefen Teil der Rinne gegeben und mit einer Rakel zum flachen Teil hin abgezogen. An der Stelle der Rinne, bei der die nicht dispergierten Agglomerate größer sind als die Rinnentiefe, machen sich die Agglomerate als kleine Oberflächenstörungen bemerkbar. Die dortige Rinnentiefe wird als Grindometerwert angegeben.
Grit
<p>Bezeichnung für einen nicht dispergierbaren Anteil von Pigmenten und Füllstoffen. Oftmals handelt es sicht dabei um Verunreinigungen durch nicht sachgemäße Handhabung von Pigmenten oder Pigmentslurries bei Hochglanzbeschichtungen Visuell den Eindruck eines Schleiers erweckt. Ein in der Beschichtung gespiegeltes Objekt erscheint mit weniger kontrastreichen Konturen, weswegen im Englischen der Begriff ‚distinctness of image’ verwendet wird.</p>
H
Haftgruppe
Haftgruppen sind die chemischen Segmentbausteine eines Polymeren, mit denen es bevorzugt an Feststoffoberflächen adsorbiert. Die werden daher auch Ankergruppen genannt. Es handelt sich in der Regel um Gruppen mit mehr oder weniger ausgeprägten polaren bzw. Säure/Base-Eigenschaften. Sie sind meist identisch mit den zur Härtung von Beschichtungen dienenden funktionellen Gruppen.
Hammerschlaglacke
<p>Hammerschlaglacke sind Metallic-Effektlacke mit narbiger Oberflächenstruktur, die von Benard Zellenbildung herrührt. Zur Oberflächenstrukturausbildung werden Silikone eingesetzt.</p>
Harnstoffharze
<p>Harnstoffharze zählen zu den Aminoharzen und werden als Härter für Einbrennlacke eingesetzt.</p>
Härter
<p>Als Härter wird die Vernetzungskomponente bezeichnet, die in Kombination mit dem sogenannten Harz bei zweikomponentigen Lacksystemen eingesetzt wird und zu einer Aushärtung der Beschichtung führt.</p>
Harze
<p>Oberbegriff für natürliche und synthetische Bindemittel.</p>
Hautbildung
<p>Bei oxidativ, d.h. mit Hilfe von Sauerstoff aus der Umgebungsluft, trocknenden, ungesättigten Alkydharzen, die mit Trockenstoffen versehen sind, kann es zu einer Hautbildung im Gebinde kommen. Durch Zusatz entsprechender Additive (Hautverhinderungsmittel Oxime oder Alkyl-Phenole) lässt sich die Hautbildung unterdrücken. Angebrochene Gebinde lassen sich durch Lagerung mit dem Dosendeckel nach unten vor Sauerstoffzufuhr schützen.<br /> <br /> Bei UV-härtenden Systemen kann ein Hautbildung eintreten, wenn Rezepturbestandteile wie. TiO2, die UV-Strahlung, die der Initiator zum Zerfall benötigt, absorbieren. Dann erfolgt die Härtungsreaktion unter Hautbildung nur oberflächlich.</p>
Heterodispers
<p>Zusammengesetzt aus Teilchen verschiedener Teilchengröße oder breiter Teilchengrößenverteilung</p>
HLB-Wert
<p>Abkürzung für Hydrophilic-Lipophilic-Balance. Der HLB-Wert ist ein Maß für die Wasser-Und Öllöslichkeit von meist nicht ionischen Tensiden und Emulgatoren. Der HLB-Wert wird für verschiedene Stoffklassen unterschiedlich und auf empirischer Basis berechnet.</p>
Hochrotationsglocke
<p>Applikationsgerät für hochwertige Decklacke nach dem elektrostatischen Verfahren, bei dem eine Vernebelung des Lackes an einer 30-80 mm großen, mit 15.000-40.000 min –1 rotierenden ‚Glocke’ erfolgt, wobei die Lacknebeltröpfchen durch ein elektrisches Feld von 70-120 kW zum zu beschichtenden Untergrund hingeführt werden.</p>
Hydrolacke
<p>Oberbegriff für wasserverdünnbare Lacke</p>
Hydrophilie
<p>Die Eigenschaft einer Substanz, mit Wasser verträglich zu sein.</p>
Hydrophilitätsreihe
<p>Eine Aufstellung von Pigmenten in der Reihenfolge steigender Benetzungswärmen mit Wasser nennt man Hydrophilitätsreihe (Vgl. Polaritätsreihe)</p>
Hydrophobie
<p>Die Eigenschaft einer Substanz, mit Wasser unverträglich zu sein.</p>
Industrielacke
<p>Beschichtungssysteme, für industriell hergestellte Güter, die eine Schutzfunktion und/oder eine dekorative Funktion haben.</p>
Interferenzpigmente
<p>Interferenzpigmente (Perlglanzpigmente) bestehen aus einem plättchenförmigen Träger (z.B. Glimmer), auf den eine mehr oder weniger dünne Schicht anorganischer Metalloxide nasschemisch aufgefällt und dann getempert wird. Bevorzugt hat das Metalloxid eine hohe Brechzahl wie Titanoxid in der Rutilmodifikation oder Eisen(III)oxid. Licht, welches auf ein Interferenzpigmentteilchen auftrifft, wird teilweise von der Oberflächenbehandlungsschicht reflektiert, teilweise aber auch erst von der Oberfläche des darunterliegenden Trägers.<br /> <br /> Durch Interferenz dieser beiden Strahlen entsteht ein Farbeindruck, der an Perlglanz erinnert. Die Farbmetrik von Interferenzpigmenten ist kompliziert und hängt außer von der Einheitlichkeit der Geometrie der Trägerteilchen, der anorganischen Oberflächenbehandlungsart und –schichtdicke auch von anderen Parametern, wie der geometrischen Ausrichtung der plättchenförmigen Pigmentteilchen ab.</p>
IR
<p>Abkürzung für Infrarot, also für die im langwelligen Teil des sichtbaren Spektrums angrenzenden Spektralbereich mit Wellenlängen zwischen 760 bis 2500 nm ( nahes Infrarot ) und 2500 – 500 000 nm ( fernes Infrarot )</p>
Isocyanate
<p>Gängige Bezeichnung für Polyisocyanate, d.h. Polymere mit –N = C = O Gruppen.</p>
K
Kantenflucht
<p>Bei hoher Oberflächenspannung oder schlechter Benetzungseigenschaft von flüssigen Lacken für das Substrat kommt es zur sogenannten Kantenflucht der Beschichtung, bei der Substratkanten nur mit einer dünnen Lackschicht oder aber völlig unbeschichtet bleiben.</p>
Kapillarviskosimeter
Vorrichtung zur Bestimmung der kinematischen Viskosität von Polymerlösungen aus der Auslaufzeit durch eine Kapillare (z.B. Ubbelohde Viskosimeter). Für Beschichtungsstoffe sind Kapillarviskosimeter ungebräuchlich. Auslaufbecher lassen sich dagegen als Kapillarviskosimeter mit kurzer Kapillarlänge auffassen.
Kaskadenprozeß
<p>Dispergierverfahren, bei dem die Mahlpaste über eine Reihe hintereinandergeschalteter Dispergiergeräte (z.B. Rührwerkskugelmühlen) läuft. Die Vorteile dieser Prozessführung liegen in der Möglichkeit, verschieden große Mahlperlen in den einzelnen Kaskadenschritten zu verwenden und in der Vereinheitlichung der Verweilzeitverteilung.</p>
Kataphoreselacke
<p>Ein Beschichtungsverfahren, bei dem das Harz als positiv geladener Polyelektrolyt in wässriger Lösung vorliegt und das zu beschichtende Teil als negativer Pol einer Gleichspannung geschaltet wird. Kataphoreseharze sind i.d.R ammoniumgruppenhaltige Polymere, die mit organischen Carbonsäuren zu Polyammoniumverbindungen umgesetzt werden.</p>
Kinematische Viskosität
<p>Die Kinematische Viskosität ist der Quotient aus der dynamischen Viskosität und der Dichte der Flüssigkeit (oder Suspension).</p>
Klarlack
<p>Unpigmentiertes, transparentes Lacksystem, ohne Deckvermögen, welches seine Farbe nur zur Eigenfärbung des Bindemittels verdankt.</p>
Koagulation
<p>Die Aneinanderlagerung und damit verbundene Ausfällung von kolloidalen Teilchen wird Koagulation genannt. Der Spezialfall der Koagulation von Pigmenten oder Füllstoffen wird mit dem Begriff Flockung beschrieben.</p>
Kolloidale Lösung
<p>Kolloidale Lösungen sind – im Gegensatz zu echten Lösungen – Suspensionen Kolloidaler Teilchen (s. Kolloide) in Flüssigkeiten, wobei zwischen den Kolloiden und der Flüssigkeit ("Trägerflüssigkeit") eine Phasengrenzfläche besteht.<br /> <br /> Nach dieser Definition sind sowohl Emulsionen (Vgl. Emulsion) als auch dispergierte Pigment- und Füllstoffteilchen kolloidale Lösungen. Teilweise wird zwischen lyophoben (Vgl. Lyophob) und lyophilen (Vgl. Lyophil) Kolloiden unterschieden. Lyophobe Kolloide ergeben kolloidale Lösungen ( z. B. Pigmente in einer Bindemittellösung ) während lyophile Kolloide echte Lösungen ergeben (z. B. Polymere in einem thermodynamisch guten Lösemittel)</p>
Kolloide
<p>Im praktischen Sinne können alle Teilchen mit Größen zwischen 10-3 µm bis 1µm Kolloide sein. Allen Kolloiden ist gemeinsam, dass sie relativ hohe spezifische Oberflächen haben und dass ihre Eigenschaften in kolloidalen Lösungen (s. dort) weitgehend von ihren chemischen Oberflächeneigenschaften abhängen.</p>
Konformation
<p>Die Konformation eines Moleküls ist die räumliche Anordnung von Atomen oder Atomgruppen, die sich durch Drehung um Einfachbindungen zwischen benachbarten Atomen ergeben können. Gelöste lineare Polymere bilden mehr oder weniger stark aufgeknäuelte Ellipsoide. Bei der Adsorption an Feststoffoberflächen ändert sich die Konformation durch Ausbildung von Schlaufen ( engl. : loop ) Zügen ( engl. : trains ) und Schwänzen ( engl.: tails ) Vgl. Abbildung.</p>
Konkurrenzadsorption
<p>Konkurrierende Adsorption verschiedener adsorbierbarer Substanzen an die Oberfläche von Pigmenten und Füllstoffen. Konkurrenzadsorption lässt sich teilweise ausschließen, indem das Pigment zunächst nur in eine Lösung der Komponente (z. B. Netzmittel) gebracht wird, die adsorbiert werden soll. Bei Polymerlösungen mit breiter Molekulargewichtsverteilung kommt es bevorzugt zu einer schnellen Adsorption niedrigmolekularer Bestandteile (kinetisch kontrollierte Adsorption) .<br /> <br /> Im thermodynamischen Gleichgewicht nach längerer Zeit sind bevorzugt die höhermolekularen Moleküle an die Oberflächen adsorbiert (thermodynamisch kontrollierte Adsorption) Der Grund hierfür ist der, dass die Desorption eines Moleküles nur abgeschlossen ist, wenn es sich mit allen Haftgruppen gelöst hat. Dies passiert leichter bei niedrigmolekularen Substanzen.</p>
Konsistenz
<p>Verbale Beschreibung für die Beschaffenheit einer Suspension, z. B. dickflüssig ("streng"), leicht fließfähig ("schlank"), dünnflüssig ("dünn"), cremig etc.</p>
Kontrastkarton
<p>Ein Karton mit mindestens einer schwarzen und einer weißen Fläche zur Bestimmung des Kontrastverhältnisses oder des Deckvermögens einer Beschichtung.</p>
Kontrastverhältnis
<p>Das Kontrastverhältnis ( KV ) ist ein Maß für Transparenz bzw. das Deckvermögen einer Beschichtung und ergibt sich auch der Messung der Remission mit dem Grünfilter über einer schwarzen Fläche (Rs) und einer weißen Fläche (Rw) nach folgender Formel<br /> <strong>KV = Rs/Rw x 100 </strong><br /> <br /> Diese Formel gibt das Kontrastverhältnis der Remission über der schwarzen Fläche als prozentuale Maßzahl im Vergleich zu der Remission über der weißen Fläche an. Je kleiner KV ist, umso transparenter ist die Beschichtung.</p>
Korngröße
<p>Als Korngröße bezeichnet man den mittleren Teilchendurchmesser eines Pigmentes oder Füllstoffs. Die ermittelte Korngröße ist stets ein von dem Untersuchungsverfahren abhängiger Mittelwert. Gebräuchliche Methoden der Korngrößenbestimmung sind Sedimentationsverfahren im Schwerefeld der Erde (Sedimentationswaage; Sedigraph; Fa. Coulter Electronics ) oder im Zentrifugalfeld (Photozentrifuge, Pipettenzentrifuge), sowie Laserlichtstreuverfahren, Fraunhofer Beugung oder Auswertung von Licht- oder (raster-) elektronenmikroskopischen Aufnahmen von Teilchen.</p>
Korngrößenverteilung
<p>Die Korngrößenverteilung gibt an, mit welcher Häufigkeit Teilchen einer Durchmesser klasse an dem Teilchenensemble vertreten sind. Graphisch wird dies entweder durch die Summenkurve der Durchmesserverteilung ( Summenhäufigkeit der Durchmesser-Verteilung ) oder durch die differenzierte Summenkurve, der eigentlichen Verteilungskurve, dargestellt. Bei Pigmenten und Füllstoffen lässt sich die Korngrößenverteilung oftmals durch eine logarithmische Normalverteilung beschreiben. Bei Siebanalysen großer Teilchen (z.B. Sand etc.) oder agglomerierten Pigment- und Füllstoffpulvern lässt sich die Durchmesserverteilung oft mit Hilfe der Rosin-Raumler-Sperling-Verteilung beschreiben. </p>
Korrossionsinhibitoren
<p>Additive, die die Aufgabe haben, die Korrosion von metallischen Gebinden bzw. bei wässrigen Systemen die Korrosion von metallischen Teilen des Substrats vor der Durchtrocknung der Beschichtung zu verhindern.</p>
Korrossionsschutzpigmente
<p>Pigmente, die die Aufgabe haben, metallische Substrate vor der Korrossion zu schützen. Man unterscheidet die aktive Korrossionsschutzpigmente ( Bleimennige Bleichromat, Strontiumchromat ), die in die Redox-Raktionen des Korrosionsvorgangs eingreifen, von den Pigmenten, die nur unter gewissen Formulierungsvoraussetzungen eine Wirksamkeit entfalten (z. B. Zinkphosphate) oder aufgrund einer Barrierewirkung (z. B. Glimmer) vor Korrosion schützen.</p>
Krater
<p>Fehlstelle in einer Beschichtung, die durch eine Luftblase oder eine Verlaufsstörung entstanden ist. Als Gründe für Verlaufsstörungen kommen punktförmige Erhebungen auf dem beschichteten Untergrund, Fremdkörper in der Beschichtung (Flusen) oder Oberflächenkontamination des Untergrunds wie Fetttröpfchen oder Silikonöltröpfchen in Betracht.</p>
Kreidung
<p>Unter Kreidung versteht man das Ablösen von Pigmentteilchen aus der Beschichtung infolge eines Bindemittelabbaus durch die Einwirkung von künstlicher oder natürlicher Bewitterung ( UV-Licht und Feuchtigkeits-Einwirkung ). Manche Pigmente sind selbst photochemisch aktiv und führen zu einem Abbau des Bindemittels um sich selbst herum. Solche Pigmente fördern das Kreiden.</p>
Kritische Oberflächenspannung
<p>Die kritische Oberflächenspannung ist die Oberflächenspannung der Flüssigkeit, die gerade auf der Substratoberfläche spreitet. Sie wird durch einen Zisman- Auftrag ermittelt.</p>
Kritische PVK
<p>Die PVK, ab der nicht genügend Bindemittel vorhanden ist, um alle Pigmentteilchen zu umhüllen. Bei der kritischen PVK ändern sich eine Reihe von Beschichtungseigenschaften ( z. B. mechanische Kenngrößen, Permeabilität für Gase, Farbmetrik (Vgl. dry hiding effekt ) sprunghaft.</p>
KTL
<p>Abkürzung für Kathodische Elektrotauchlacke</p>
Kubelka Munk Theorie
<p>Die Kubelka Munk Theorie beschreibt den Zusammenhang zwischen Reflexion von Licht und dem Absorptions- und Streukoeffizienten eines Körpers.<br /> Es gilt die Gleichung :<br /> <br /> <strong>K/S = ( 1- R∞)² / 2 R∞ </strong><br /> <br /> K = Absorptionskoeffizient,<br /> S = Streukoeffizient,<br /> R∞ = Reflexionsgrad einer optisch unendlich dicken Schicht. (Eine den Untergrund völlig abdeckende Beschichtung ist optisch unendlich dick)</p>
Kugelmühle
<p>Kugelmühlen sind horizontal gelagerte zylindrische Gefäße, die mit Mahlkugeln und einer Mahlpaste gefüllt und in eine Drehbewegung versetzt werden. Sie dienen der Aufmahlung von Festkörpern oder Aggregaten sowie der Dispergierung von Pigmenten und Füllstoffen in Beschichtungsstoffen.<br /> <br /> Im Vergleich zu Rührwerkskugelmühlen sind sie zwar technisch weniger aufwendig, aber auch weniger effizient, so dass Dispergierungen in Europa so gut wie nicht mehr im Produktionsmaßstab auf Kugelmühlen durchgeführt werden.</p>
Kunstharze
<p>Synthetische Polymere, die als Bindemittelbestandteile für Beschichtungen dienen</p>
L
Lackdurchsatz
<p>Die Masse bzw. das Volumen an Mahlpaste, welche pro Zeiteinheit durch ein kontinuierlich betriebenes Dispergiergerät fließt. Je nach Zusammenhang ist der Lackdurchsatz auch an einem Dispergierzustand der Mahlpaste geknüpft, z. B. wenn die Leistungsfähigkeit einer Dispergiermaschine beschrieben werden soll.</p>
Lagerstabilität
<p>Eine Angabe über die Zeitdauer, innerhalb derer ein Rohstoff oder ein fertiges Beschichtungssystem unter Wahrung der gewünschten Eigenschaftsmerkmale verarbeitbar ist. Lagerstabilitätsprüfungen werden auch unter forcierten Bedingungen (z.B. bei erhöhter Temperatur oder erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit) durchgeführt.</p>
Lambert-Beer’sches Gesetz
<p>Das Lambert-Beer’sche Gesetz beschreibt das Absorptionsverhalten von Flüssigkeiten, Lösungen oder Suspensionen für elektromagnetische Strahlen ( i.d.R. sichtbares Licht ) und charakterisiert das Absorptionsverhalten durch den Extinktionskoeffizienten ε.<br /> Es gilt die Gleichung<br /> <br /> <strong>log(I/Io) = ε · c · d </strong><br /> <br /> Io = Intensität des eingestrahlten Lichts<br /> I = Intensität des Lichts nach der Durchstrahlung<br /> c = Konzentration an absorbierender Substanz.<br /> d = Schichtdicke.</p>
Latex
<p>Polymerisat aus einer Emulsionspolymerisation.</p>
Läufer
<p>Durch fehlende Fließgrenzen oder zu geringe Viskosität begünstigtes Ablaufen von Beschichtungen an senkrechten Fläche. Synonym : ‚Nasen’.</p>
Leitfähige Pigmente
<p>Leitfähige Pigmente sind Pigmente mit einer gewissen elektrischen Leitfähigkeit, die eingesetzt werden, um Beschichtungen antistatische Eigenschaften zu verleihen. Außer sogenannten Leitrußen kommen pigmentäre Halbleiter wie Antimon-dotiertes Zinndioxyd, Kaliumtitanat oder Aluminiium-dotiertes Zinnoxyd zum Einsatz.<br /> <br /> Andere Typen bestehen aus normalen Pigmenten, die mit einer Halbleiterschicht oberflächenbehandelt sind. Die antistatische Wirkung, d.h. die elektrische Leitfähigkeit solcher Systeme beruht auf der Ausbildung von Leiterbahnen durch sich berührende Pigmentteilchen.</p>
Lithopone
<p>Lithopone ist ein Weißpigment bestehend aus einem Gemisch aus Zinksulfid (ZnS) und Bariumsulfat (BaSO4).<br /> Die 30% iger Lithopone entsteht durch die Fällreaktion :<br /> <br /> <strong>ZnS04 + BaS → ZnS + BaS04 </strong><br /> <br /> und hat aufgrund der stöchiometrischen Zusammensetzung einen ZnS-Gehalt von 30 Gew%.<br /> <br /> Nach Fällreaktion wird das Gemisch kalziniert. Höherprozentrige Lithoponesorten werden durch Zuschneiden von ZnS hergestellt. Lithopone wird vor allem in Dispersionsfarben, wo es zum Nassdeckvermögen beiträgt und außerdem algizide Wirkung entfaltet, eingesetzt sowie in Kunststoffen wegen seiner guten Extrudierbarkeit und geringen Eigenhärte und damit Abrasion.</p>
Lösemittel
<p>Lösemittel sind mehr oder weniger leichtflüchtige Lackrezepturbestandteile, die zum Lösen der Bindemittel erforderlich sind und nicht an der Härtungsreaktion teilnehmen sondern in der Abluftphase und beim Einbrennen abdunsten. Eine richtige Auswahl der Lösemittel ist sehr wichtig für die Erziehung optimaler Filmeigenschaften. Aus allgemeiner Verantwortung für Mensch und Umwelt wird auf die Verwendung toxischer oder umweltschädlicher Lösemittel ( Benzol, Ethylglykolacetat, Toluol, halogenierte Kohlenwasserstoffe etc.) verzichtet.<br /> <br /> Darüberhinaus hat die Entwicklung lösemittelarmer Bindemittelsysteme (s. high solids Lacke) und Pulverlacke zu einem (relativen) Rückgang des Lösemitteleinsatzes geführt. Wasserverdünnbare Lacke, die Wasser als Lösemittel verwenden, sind aus wirtschaftlichen und aus Umweltschutzgründen entwickelt worden.</p>
Lösemittelparameter
<p>Nach Hildebrand lassen sich die Wechselwirkung zwischen den Molekülen einer Flüssigkeit durch den Quotienten aus der molaren Verdampfungsenergie Everd und dem Molvolumen Vmol kennzeichnen.<br /> <br /> δ = Everd/Vmol wird Hildebrand’scher Lösemittelparameter genannt. Substanzen mit ähnlich großem δ sind miteinander verträglich, d.h. mischbar. Von Hansen stammt ein Konzept nach welchem δ aufgespalten werden kann in einen dispersen Anteil δd, einen polaren Anteil δp und einen Wasserstoffbrückenbindungsanteil δH, wobei<br /> <br /> <strong>δ = δd² + δp² + δH². </strong><br /> <br /> Mit Hilfe dieser Lösemittelparameter lassen sich Löslichkeiten von Polymeren beschreiben, so dass beispielsweise eine veränderte Lösemittelkombination hinsichtlich der Löseeigenschaften vorherbestimmbar ist.<br /> <span class="small"><em>Lit.: 1. Hildebrand u.Scott ‚ Regular Solutions’, Prentice Hall, Eaglewood Cliffs NJ,( 1962 ) 2.C.M. Hansen, J. Paint Techn. 39 ( 1967 ), Nr. 505, S. 104 u. Nr. 511, S. 505</em></span></p>
Lösemittelschock
<p>Der Lösemittelschock ist eine Pigmentflockungserscheinung, die bei der schnellen Zugabe von Lösemittel zu einer dispergierten Mahlpaste auftreten kann. Er tritt entweder dann auf, wenn das Lösemittel mit der Bindemittellösung der Mahlpaste unverträglich ist, oder durch eine Ablösung stabilisierender Bindemittelhüllen von der Pigmentoberfläche infolge hoher Verdünnung an der Zugabestelle.</p>
Lufttrocknende Lacke
<p>Lufttrocknende oder ‚oxidativ’ trocknende Lacke haben Bindemittel mit ungesättigten Doppelbindungen, die mit Luftsauerstoff über Peroxidbildungen und anschließender Peroxidspaltung aushärten. Die Härtungsreaktion wird durch Trockenstoffe katalysiert. Lufttrocknende Lacke (i.d.R. Alkydharze mit ungesättigten Fettsäuren ) benötigen relativ lange Aushärtzeiten.</p>
Lyophil
<p>Ein Kolloid ist bezüglich eines Lösemittels lyophil, wenn es sich darin zu einer echten Lösung (ohne Phasegrenze zum Lösemittel) auflöst.</p>
Lyophob
<p>Ein Kolloid ist bezüglich eines Lösemittels lyophob, wenn es sich darin nicht auflöst, sondern eine getrennte Phase zu dem Lösemittel bildet.</p>
M
Mahlen
<p>Das Zerkleinern von Feststoffen zu feinteiligen Pulvern, wobei die spezifische Oberfläche des Feststoffs erhöht wird. Manchmal wird Mahlen fälschlicherweise zur Beschreibung von Dispergierungen benutzt. Auch tritt die Vorsilbe ‚Mahl-’ oft anstelle von ‚Dispergier-’ ( Mahlpaste statt Dispergierpaste, Mahlkammer statt Dispergierkammer, Mahlbedingungen statt Dispergierbedingungen etc. )<br /> <br /> Oftmals ist die Trennung schwierig, denn auch beim Dispergieren können Mahlbedingungen erreicht werden für bestimmte Pigmente, d.h. sie können brechen. Dies geschieht am ehesten bei stäbchen-oder plättchenförmigen Pigmenten.</p>
Mahlkörper
<p>Hilfsmittel zum Mahlen und Dispergieren in Kugelmühlen, Rührwerkskugelmühlen und Schüttelmaschinen. Normalerweise handelt es sich um Mahlkugeln bzw. Mahlperlen mit verschiedenen Durchmessern und verschiedener Dichte. Gebräuchlich sind z.B. Glasperlen, Perlen aus Zirkonoxyd oder Stahl. Größere Kugeln aus Flintstein dienen der Beschickung von Kugelmühlen zur Nassmahlung beispielsweise in der Pigmentherstellung.</p>
Mahlpaste
<p>Die Mahlpaste ist die Rezepturzusammensetzung, mit der dispergiert wird. Die fertig dispergierte Mahlpaste wird komplettiert oder aufgelackt.</p>
Maleinatharze
<p>Ungesättigte Polyesterharze, die aus der Veresterung von Maleinsäure mit Glykolen entstehen. Sie dienen vornehmlich als Rohstoff für Möbellacke, Kleber und Füllerspachtel.</p>
Masterbatch
<p>"Aus dem Englischen. Masterbatch ist die Bezeichnung für eine sehr pigmentreiche Vormischung, die für die Zudosierung zur Gesamtformulierung eingesetzt wird. Die Verwendung von Masterbatches ist besonders in der Kunststoff- und Kautschukindustrie verbreitet. "</p>
Mattierungsmittel
<p>Mattierungsmittel werden verwendet, um den Glanz einer Beschichtung zu vermindern. Verwendet werden natürlich vorkommende Füllstoffe ( Diatomeenerde, Talkum ) und synthetische Materialien ( pyrogenes Siliziumdioxid, Polyolefinwachse)</p>
Melaminharze
<p>Melaminharze sind Aminoharze, die durch die Umsetzung von von Melamin mit Formaldehyd und anschließender Alylierung oder Etherifizierung hergestellt werden. Sie dienen als Härter für hydroylgruppen-, säuregruppen- und amidgruppenhaltigen Harzen. Melaminharze werden auch bei der Herstellung von Laminaten eingesetzt</p>
Membranfiltration
<p>Feinstfiltration durch Membranfilter mit Porendurchmessern zwischen weniger als 0,1µm und ca 50 µm. Wegen des hohen Druckabfalls und niedrigen Filterleistungen sind Membranfiltrationen in der Lacktechnik ungebräuchlich. Zur Beseitigung von Gelpartikeln bei der Bindemittelsynthese können Filtrationen erforderlich werden.</p>
Metal marking
<p>Ragen Pigmentpartikel durch eine Beschichtungsoberfläche oder strukturieren sie die Oberfläche, so können weiche, duktile Metalle (z.B. ein Goldring) eine Kratzspur ähnlich einem Bleistiftstrich hinterlassen. Diese Erscheinung wird aus dem Englischen ‚Metal Marking’ genannt. Sie ist ein wesentliches Qualitätskriterium für dekorative Industrielacke für Bedarfsgegenstände, aber auch Dosenlackierungen und Bandbeschichtungen allgemein.</p>
Metalleffektlacke
<p>Lacke, die einen metallartigen Glanzeffekt durch die Verwendung von kleinen plättchenförmigen Pigmenten aus metallischem Kupfer, Aluminium oder Messing entfalten. Metalleffektlacke sind mindestens zweischichtig, bestehend aus einem ‚metallic base coat’ und einem darüber applizierten Klarlack ( ‚clear coat’ ).<br /> <br /> Der base coat sollte einen geringen Bindemittel Festkörper haben, damit sich die Metallicpigmente parallel zum Untergrund ausrichten. Daher werden Bindemittel mit geringen Festkörptergehalten von 20% bis 30% eingesetzt.</p>
Metamerie
<p>Der Farbeindruck, der beim Betrachten eienr Farbe ausgelöst wird, hängt von dem Remissionsspektrum der Farbe im sichtbaren Längenwellenbereich ab. Da nur die Lichtanteile remittiert werden können, die auf die Farbe fallen, hängt das Remissionsspektrum auch von der Art der Beleuchtung ab. Die Erscheinung, dass beim Wechsel von einer Beleuchtungsart zur anderen zwei vorher gleich erscheindende Farben unterschiedliches Aussehen zeigen, nennt man Metamerie.</p>
Micelle
<p>Tenside mit einem wasserliebenden (hydrophilen) und einem wasserunverträglichen (hydrophoben) Ende bilden in Wasser kugelförmige Gebilde, wobei die hydrophoben Enden die Kügelchen selbst bilden, während die hydrophilen Enden die Oberflächen der Kügelchen bilden. Die Micellbildung ist die Voraussetzungfür die Emulsionspolymerisationen.</p>
Mie Theorie
<p>Die Mie Theorie beschreibt das Ausmaß und die Gerichtetheit der Lichtstreuung von Teilchen in Abhängigkeit von ihrer komplexen Brechzahl, der Brechzahl des umgebenden Mediums, der Teilchengröße und der Wellenlänge des Lichtes. Je höher die relative Brechzahl, d.h. der Quotient auf Brechzahl-Pigment zu Brechzahlmedium ist, desto höher ist das maximal mögliche Lichtstreuvermögen und bei umso kleineren Teilchengrößen wird dieser Maximalwert erzielt.<br /> <span class="small"><em>Lit.: Dorn ‚Optik’, S. 274 ff. Springer Berlin ( 1972 )</em></span></p>
Mikorelektrophorese
<p>Methode zur Bestimmung der elektrophoretischen Beweglichkeit durch mikroskopische Beobachtung der Wanderungsrichtung und Wanderungsgeschwindigkeit von Teilchen mit einer Oberflächenladung.</p>
Mikrohohlkugeln
<p>Feinteilige Hohlkugeln aus Polymermaterialien, die aufgrund des Brechzahlsprunges vom Medium zur eingeschlossenen Luft in Beschichtungen einen Beitrag zum Streuvermögen leisten. Ihre im Vergleich zu Weißpigmenten geringe Dichte ist seit dem Übergang zur Volumenverpackung bei Gebinden ein weiteres Verwendungsmotiv, wohingegen die Aufschwimmneigung anwendungstechnisch nachteilig sein kann.</p>
Monodispers
<p>Teilchen mit gleicher, einheitlicher Teilchengröße nennt man monodispers.</p>
Monomere
<p>Moleküleinheiten, die quasi als Bausteine für Polymere dienen (Beispiel : aus dem Monomeren Styrol entsteht durch Polymerisaton Polystyrol)</p>
Nadelstiche
<p>Kleine Oberflächendefekte einer Beschichtung die durch Gasblasen im applizierten, nassen Lack entstehen.</p>
Netzmittel
<p>Netzmittel sind niedermolekulare tensidähnlich aufgebaute organische Substanzen mit hydrophilem und hydrophobem Ende, die dem Benetzungsvorgang durch Adsorption an die Pigmentoberfläche erleichtern. Netzmittel werden den Mahlpasten zur Dispergierung zugegeben. Manchmal werden auch Dispergierhilfsmittel als Netzmittel bezeichnet.</p>
Nitrocelluloselack
<p>Nitrocelluloselacke sind Lacke, die Nitrocellulose (Salpetersäureester der Cellulose) als Hauptbindemittelbestandteil enthalten.. Darüber hinaus werden oft andere Harze kombiniert verwendet. Bei hohen Nitrocellulosegehalten müssen Weichmacher der Rezeptur zugesetzt werden, um nicht zu spröde Filme zu erhalten. Wichtige Anwendungen für Nitrocelluloseharze sind Druckfarben, Holzbeschichtungen und Autoreparaturlacke.</p>
Nitroverdünnung
<p>Lösemittelgemisch für Nitrocelluloselacke (Nitrolacke), dass aus einem festgesetzten Mengenverhältnis niedrig-, mittel und hochsiedender Lösemittel besteht.</p>
Oberflächenenergie
<p>Die Oberflächenenergie oder freie Oberflächenenergie ist die Arbeit, die zur Schaffung einer Oberfläche mit einer Grenzfläche zum Vakuum erforderlich ist. Sie hat die Dimension Arbeit (= Energie) pro Fläche, also<br /> <br /> <strong>J/m² = Nm/m² = N/m, </strong><br /> <br /> was identisch ist mit Kraft pro Länge, also einer Spannung. Die (freie) Oberflächenenergie ist daher identisch mit der (freien) Oberflächenspannung. Während man bei Feststoffoberflächen häufiger von Oberflächenenergien spricht, ist die Bezeichnung Oberflächenspannung bei Flüssigkeiten gebräuchlicher. Die bekannteste Methode zur Bestimmung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten ist die Ringmethode, bei der die Kraft gemessen wird, mit der eine Flüssigkeitslamelle einen Platinring an der Oberfläche festhält. Die Oberflächenspannung von flüssigen Lacken und die Oberflächenenergien von Pigmenten und von Subtraten spielen eine große Rolle für den Verlauf von Lacken, die Haftung auf den Substraten und die Pigmentbenetzung (s. Benetzung).<br /> <br /> Viele Störungen an Beschichtungen wie Schaumbildung, Krater oder Kantenflucht haben ihre Ursache in Oberflächenspannungseffekten.</p>
Opazität
<p>Opazität ist ein Begriff aus der Kunststoffverarbeitung und beschreibt die Fähigkeit eines Pigments ein transparentes Polymer infolge Lichtstreuung (vgl. Streuvermögen) zu trüben. Manchmal wird der Begriff Opazität auch in Verbindung mit dem Deckvermögen von Pigmenten benutzt.</p>
Orangenschaleneffekt
<p>Oberflächenverlaufsstörung einer Beschichtung, die zu einer Welligkeit der Oberfläche führt. Orangenschaleneffekte sind öfters durch Benard-Zellen verursacht. Orangenschaleneffekte findet man häufig bei Klarlacken und bei Pulverlacken. Bei Hammerschlaglacken ist der ausgeprägte Orangenschaleneffekt erwünscht.</p>
Overspray
<p>Anteile der Beschichtung die bei Spritzapplikation nicht das Substrat treffen. Mit geeigeneten Wiedergwinnungseinrichtungen lassen sich in einigen Fällen (z.B. Pulverlacke) der Overspray ohne Qualitätseinbußen wieder verwenden.</p>
P
Passagenfahrweise
<p>Dispergierverfahren, bei dem eine Mahlpaste einmal oder mehrmals durch ein lontinuierlich betriebenes Dispergiergerät hindurchgeleitet wird, wobei die Mahlpaste jedes Mal am Auslaß aufgefangen wird und eine weitere Passage erst nach Abschluß der vorhergehenden Passage durchgeführt wird. Dies unterscheidet die Passagenfahrweise von der Kreislauffahrweise.</p>
Pendelhärte
<p>Verfahren nach ISO 1522 zur Bestimmung der Härte einer Beschichtung mit Hilfe des König Pendels. Als Maß für die Härte dient die Dämpfung der Schwingbewegung eines auf der Beschichtungsoberfläche aufgesetzten Pendels. Die Pendelhärte wird angegeben als die Zeitdauer, die der Pendel schwingt bis das die Auslenkungsamplitude auf einen bestimmten Wert abgedämpft wurde.</p>
Perlglanz Effekt
<p>Der Perlglanz Effekt wird durch die Verwendung von Interferenzpigmenten (s. Perlglanzpigmente) in Beschichtungen erzielt. Als Perlglanzeffekt versteht man die Eigenschaft des einzelnen Perlglanzpigmentteilchens bzw. einer Beschichtung in Abhängigkeit von der Beobachtungsrichtung mit unterschiedlicher Farbe zu erscheinen.</p>
Perlmühlen
<p>Kontinuierlich oder diskontinuierlich betriebene Rührwerkskugelmühlen, die mit ca.1 mm bis 5 mm großen Perlen als Mahkörper gefüllt sind. Perlmühlen sind die effizientesten Dispergiergeräte, die man kennt.<br /> <br /> VMA GETZMANN bietet Perlmühlen verschiedenster Größen an. Gesetzlich geschützt sind Perlmühlen der VMA-GETZMANN, bei denen eine mechanische Rührleistung vorgegeben werden kann, die dann während der gesamten Dispergierung konstant gehalten wird. Die mechanische Rührleistung steht in direktem Zusammenhang mit dem Dispergiererfolg.</p>
Permeabilität
<p>Die Durchlässigkeit (Permeabilität) von Beschichtungen für Gase und Wasserdampf spielt in vielen Anwendungen eine entscheidende Rolle. Kenngröße. Für Korrosionsprozesse ist beispielsweise die Sperrwirkung einer Beschichtung gegen über Luftsauerstoff von großer Bedeutung.</p>
pH-Wert
<p>Der pH-Wert ist definiert als der ‚ negative’ dekadische Logarithmus der Wasserstoff-Ionen(= Protonen) Konzentration.<br /> Beispiel : der pH-Wert von 7 entspricht einer Wasserstoffionenkonzentration von 10-7 mol/liter H+ Ionen</p>
Phenolharze
<p>Phenolharze werden aus der Reaktion von Phenol mit Formaldehyd gewonnen. Phenolharze mit Methylolgruppen werden Resole genannt. Resole sind sehr spröde, lassen sich aber mit Epoxidharzen, Polyvinylbutyralharzen oder Polyesterharzen kombinieren und dienen dann als Bindemittel beispielsweise für Doseninnenbeschichtungen. Für Grundierungen oder als Isolierlacke für Drähte.<br /> <br /> Phenolharze ohne Methylolgruppen werden Novolacke genannt. Sie sind physikalisch trocknend und spielen in der Druckfarbenindustrie eine Rolle als Pastenharze für Pigmentanreibungen.</p>
Photochemische Aktivität
<p>Photochemisch aktive Pigmente zerstören bei Vorhandensein von UV Licht und Feuchtigkeit die Polymermatrix, in denen sie eingebettet sind. Typische Vertreter photochemisch aktiver Pigmente sind Kupferphtalocyaninpigmente und Titandioxide. In beiden Fällen kommt es durch Absorption von UV-Licht zu einer Elektronenanregung.<br /> <br /> In Konkurrenz zu der strahlungslosen Desaktivierung ( Überführung der Anregungsenergie in Wärme ) bzw. der Fluoreszens ( bei Phtylocyaninen ) steht die Reaktion des angeregten Pigments mit dem Bindemittel.<br /> <br /> Im Falle des Titandioxid werden Valenzelektronen in das Leitungsband des Titandioxid-Kristalls angehoben( Aktivierungsenergie für Rutil: 3,02 eV ) und es entsteht ein Exciton mit ( positiven ) Löchern im Valenzband und ( negativen ) Elektronen im Leitungsband. Die Löcher können Moleküle in der Umgebung des Pigmentteilchens Oxidieren, während die Elektronen zusammen mit Sauerstoff und Feuchtigkeit Hydroperoxyradikale bilden, die ebenfalls das Bindemittel zerstören.</p>
Photoinitiatoren
<p>Photoinitiatoren sind Stärkemoleküle für radikalische Polymerisationen, die unter UV-Licht Einwirkung in zwei Start-Radikale zerfallen. Häufig handelt es sich um Alkylbenzoinether.</p>
Physikalische Trocknung
<p>Bindemittel, die bei der Abdunstung von Lösemitteln keine Vernetzungsreaktion neu eingehen sondern nur aufgrund der Lösemittelab.... einen Film brechen, sind physikalisch trocknende Bindemittel. Der Trocknungsvorgang wird in dem Fall als physikalische Trocknung bezeichnet.</p>
Pigmente
<p>Pigmente sind im Anwendungsmedium praktisch unlösbare anorganische, organische, bunte oder unbunte (d.h. weiße oder schwarze) Farbmittel. Pigmente sind pulverförmige Feststoffe und müssen in die Anwendungssysteme (Lacke, Farben, Kunststoffe) eindispergiert werden. Pigmente sind insofern von Füllstoffen zu unterscheiden, als dass die farbgebende Wirkung bei ihrer Anwendung im Fordergrund steht. Dabei kann ein Füllstoff durchaus unter gegebenen Voraussetzungen (z. B. dry hiding Effekt) Pigmenteigenschaften annehmen.</p>
Pigmentschock
<p>Beim Pigmentschock handelt es sich um eine Flockungserscheinung (Vgl. Flockung, sterische Stabilisierung), die dann eintreten kann, wenn eine Mahlpaste mit geringer Bindemittelkonzentration nach der Dispergierung (Vgl. Dispergieren), mit höherkonzentrierter Bindemittellösung aufgelackt wird (Vgl. Auflacken) . In dem Fall kann es zu einer Diffusion der Lösemittel aus der Adsorptionsschicht des Polymeren an der Pigmentoberfäche zum Auflackmedium hin kommen und dadurch die Adsorbierte Polymerschicht an Lösemittel verarmen. Die Adsorptionsschicht fällt dann in sich zusammen und es kann zu Flockung (Pigmentschock) kommen.<br /> <br /> Abhilfe kann einerseits intensives Mischen beim Auflacken bringen. Eine weitere Maßnahme besteht darin, bei Lösemittelgemischen die thermodynamisch schlechteren Lösemittel bevorzugt in der Mahlpastenrezeptur (Vgl. Mahlpaste) zu verwenden. Neben der Verwendung eines geeigneten Dispergierhilfsmittels ist möglicherweise eine Mahlpastenformulierung mit höherem Bindemittelgehalt unumgänglich.<br /> <span class="small"><em>Lit.: H. Sander, Farbe+Lack 77, Nr. 9 ( 1971 ) 891</em></span></p>
Pigmentvolumenkonzentration
<p>Das Pigmentvolumen ist der prozentuale Anteil des Volumens an Pigmenten bezogen auf das Gesamtvolumen aller nichtflüchtigen Beschichtungsanteile. Die PVK errechnet sich nach der Formel :<br /> <br /> <strong>PVK = ( Volumen der Pigmente / Volumen aller nichtflüchtigen Anteile ) x 100</strong></p>
Polarisierbarkeit
<p>Die Polyrisierbarkeit ist ein Maß für die Verschiebbarkeit von Elektronen in Atomen oder Molekülen unter Einwirkung eines elektrischen Feldes. Sie wird mit Hilfe der Beziehung von Clausius und Mosotti aus der Dielektrizitätskonstanten, dem Molekulargewicht und der Dichte bestimmt.</p>
Polaritätsreihen
<p>Eine Auflistung von Substanzen nach abgestufter Polarität. Im Falle von Pigmenten wird als Maß für die Polarität oftmals deren Benetzungswärme mit Wasser herangezogen. In dem Fall ist die Polaritätsreihe mit der Hydrophilitätsreihe identisch.</p>
Polyesterharze.
<p>Kondensationsprodukte am Polycarbonsäuren und Polyalkoholen nennt man Polyesterharze. Es wird zwischen gesättigten und ungesättigten Polyesterharzen unterschieden, je nachdem ob ungesättigte Doppelbindungen in Harz vorliegen. Während gesättigte Polyester aus einer Vielzahl gesättigter Polycarbonsäuren bzw. deren Anhydride hergestellt werden, bestehen ungesättigte Polyester hauptsächöich aus Polykondensationsprodukten der Malein- oder Fumarsäure mit Ethylenglykol oder 1,2 Propylenglykol. Ungesättigte Polyesterharze werden oft radikalisch mit anderen Monomeren ( wie z.B. Styrol ) zu Copolymerisation eingesetzt.<br /> <span class="small"><em>Lit.: Ullmann, 5. Auflage ( 1991 ) Band 18, S. 399 ff.</em></span></p>
Primärteilchen
<p>Primärteilchen sind die kleinsten Teilchen eines Pigment- oder Füllstoffpulvers. Bei der weiteren Zerkleinerung eines Primärteilchens müssten chemische Bindungen innerhalb des Pigmentkristalls aufgebrochen werden.</p>
Pulverlacke
<p>Pulverlacke sind pulverförmige, feste Lackteilchen, die durch elektrostatische Verfahren auf das Substrat aufgebracht werden und dort durch Einbrennen filmbildend werden. Zur Pulverlackherstellung werden die Pigmente und Füllstoffe zunächst in den gebräuchlichen Bindemittelsystemen (Epoxy, Acrylat, Polyester, Glycidylacrylat) durch Extrusionsverfahren hineindispergiert, die Extruderstränge granuliert und in einem weiteren Schritt zum Pulver aufgemahlen. Pulverlacke zeichnen sich durch ihre Lösemittelfreiheit und durch die Wiederverwendbarkeit des Oversprays aus.</p>
PVK
<p>Abkürzung für Pigmentvolumenkonzentration</p>
R
Radikalfänger
<p>Radialfänger sind Substanzen, die die Wetterbeständigkeit von Beschichtungen verbessern, indem sie photochemisch induzierte Radikale desaktivieren. Chemisch handelt es sich um sterisch geminderte Amine (HALS = Hindered Amine Light Stabilizers), die als wirksame Gruppe eine Tetramethylpiperidingruppe tragen.<br /> <br /> Das Stickstoffatom des Piperidinrings wird im Zuge seine Reaktion mit Radikalen zum Nitroxylradikal = N-0· oxidiert, welches die Konzentration von schädlichen Peroxidradikalen gering hält.<br /> <span class="small"><em>Lit.: A. Valet, M. Slongo in Ullmann, 5. Auflage, Band 18, S. 471</em></span></p>
Rakel
<p>Vorrichtung zum Aufziehen von Beschichtungen zu einer definierten Naßschichtdicke. Man unterscheidet Spaltrakel, die aus einem Metallteil mit einer eingefärbten Nut mit Höhe der gewünschten Maßschichtdicke bestehen, und Spiralrakel. Spiralrakel bestehen aus Metallstangen, die mit Draht umwickelt sind und bei denen die flüssige Beschichtung zwischen den Drahtwicklungen beim Aufziehen hindurchlaufen kann.</p>
Randwinkel
<p>Wird ein Tropfen einer Flüssigkeit auf einen Untergrund gebracht, auf dem die Flüssigkeit nicht spreitet ( Vgl. Spreiten ), so ist ein Randwinkel zwischen dem Fußpunkt des Tropfens und dem Substrat messbar. ( Vgl. Benetzung ). Hierzu dienen mikroskopische Einrichtungen. Man unterscheidet zwischen dem fortschreitenden Randwinkel, der messbar ist, wenn mehr Flüssigkeit zu dem Tropfen gegeben wird, und dem Rückzugswinkel, der messbar ist, wenn den Tropfen über eine feine Nadel Flüssigkeit entnommen wird.<br /> <br /> Die Differenz beider Winkel wird Hysteres genannt. Ein Grund für das Auftreten von Hysterese kann eine Substratrauhigkeit sein. Darüber hinaus verursachen verbleibende Flüssigkeitsmoleküle auf dem Substrat beim Verkleinern des Tropfens einen Spreitungsdruck, der den Randwinkel verkleinert.</p>
Reflektometer
<p>Meßgerät zur Bestimmung der Reflexion (diffuse Rückstrahlung) von Licht. In der Lacktechnik werden meistens Messgeräte zur Bestimmung des Glanzes so bezeichnet (Vgl. Glanzmessung).</p>
Refraktion
<p>Die Refraktion ode Lichtbrechung ist die Ablenkung, d.h. Richtungsänderung des Lichtstrahls beim Übergang zu einem Medium mit anderer Brechzahl. Geht Licht von einem Medium niedriger Brechzahl in ein Medium mit höherer Brechzahl über, wird der Lichtstrahl zum Einfallslot hin abgelenkt und umgekehrt. Die Refraktion hat ihre Ursache in der unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit in den Medien. Die Lichtgeschwindigkeit in einem Medium ist<br /> <br /> <strong>c/n </strong><br /> c = Lichtgeschwindigkeit im Vakuum,<br /> n = Brechzahl.<br /> <br /> Schlieren in einer Bindmittellösung sind auf Refraktion zurückzuführen und deuten auf nicht vollständige Auflösung des Polymeren hin.</p>
Relative Brechzahl
<p>In der Lacktechnik versteht man unter der relativen Brechzahl den Quotienten aus der Brechzahl des Pigmentes (oder Füllstoffs) und der Brechzahl des Mediums<br /> <br /> <strong>nr = np / nm </strong><br /> r = relativ,<br /> p = pigment ,<br /> m = medium</p>
Relatives Streuvermögen
<p>Das relative Streuvermögen (Srel) ist das prozentuale Verhältnis des Streuvermögens S eines zu prüfenden Pigments zum Streuvermögen (SSt) eines mitgeprüften Standardpigments<br /> <br /> <strong>Srel = (S/Sst) x 100</strong><br /> </p>
Remission
<p>Remission ist eine andere Bezeichnung für diffuse Reflexion, welche wellenlängenabhängig ist und entweder wellenlängenaufgelöst mit Spektralphotometern oder integral mit unterschiedlichen Farbfiltern gemessen werden kann, die die Gesamtremission für einen definierten Spektralausschnitt registrierbar machen. (Vgl. Farbe, Farbmessung, Farbmetrik)</p>
Retention
<p>Von Retention spricht man im Zusammenhang mit dem Zurückbleiben an sich flüchtiger Bestandteile beim Ablüften und Einbrennen von Lacken.</p>
Rezeptur
<p>Rezepturen von Anstrichstoffen zeigen die Einwaagen aller Einzelbestandteile der ungehärteten Anstrichstoffe. Meist werden sie auf 100 oder 1000 Gewichtsteile Gesamteinwaage normiert. Je nach Anzahl und Zusammensetzung der Einzelkomponenten, die selber Vermischungen darstellen können, sind Rezepturberechnungen sehr aufwendig.<br /> <br /> Abhilfe schafft hier ein Computerprogramm Formula 1 der VMA-GETZMANN GmbH mit dem Rezepturen umgerechnet werden können, z. B. unter den Gesichtspunkten : Gesamtmasse, PVK einer oder mehrerer Komponente, Verhältnisse von Bindemitteln untereinander etc. Sehr hilfreich ist die Integration einer umfangreichen Rohstoffdatenbank, die das mühsame Nachschlagen von Rohstoffdaten erspart.</p>
Rheologie
<ol> <li>Die Lehre vom Fließverhalten von Stoffen. Die Rheologie untersucht die Zusammenhänge zwischen Molekularen Stoffeigenschaften und dem Fließverhalten von Systemen in Abhängigkeit von Schubspannung oder Schergeschwindigkeit. Neuere Rheometer erlauben weitere Einflußgrößen wie dynamische Wechselbelastungen Schubspannung oder Schergeschwindigkeit zu untersuchen.<br /> </li> <li>In der Lacktechnik wird Rheologie oftmals synonym für das Fließverhalten selber benutzt. Vgl. Viskosität, dynamische Viskosität, Fließverhalten</li> </ol>
Rheometer
<p>Vorrichtung zur Bestimmung der Viskosität aus Schubspannung und Schergeschwindigkeit (Vgl. dynamische Viskosität ).<br /> <br /> Die wichtigsten Gerätetypen sind :</p><ol> <li>Kapillarviskosimeter</li> <li>Platte-Kegel Viskosimeter</li> <li>Rotationsviskosimeter des Couette und Searle Typs.</li> </ol><p>Rotationsviskosimeter sind Viskosimeter, bei denen das Schergefälle zwischen zwei konzentrischen Zylindern ausgebildet wird, wobei beim Couette Viskosimeter der äußere Zylinder bewegt wird und ein sich einstellendes Drehmoment ( Schubspannung ) am inneren Zylinder gemessen wird, bzw. beim Searle Viskosimeter der innere Zylinder angetrieben wird und gleichzeitig das Drehmoment an ihm gemessen wird. Vgl. auch Fließverhalten.</p>
Richtrezeptur
<p>Rohstoffhersteller erstellen oft beispielhafte Rezepturen, die entweder so belassen werden können, oder als Ausgangspunkt für optimiertere Rezepturen dienen. Man nennt sie Richtrezepturen.</p>
Rub-out-Effekt
<p>Kommt es in abgetönten Farben zu einer Flockung oder einer Entmischung der Pigmente, so kann sich während der Ablüftphase die Farbe verändern. Durch Reiben der Farbe zu einem Zeitpunkt, wo sie bereits so trocken ist, dass die Brownsche Bewegung der Teilchen nicht mehr stattfindet (dem Stockpunkt) wird redispergiert (Vgl. Dispergieren) und die Beschichtung erscheint in der Farbe, die bei optimalem Pigment Verteilungszustand vorliegt. Man nennt das den Ausreibeffekt (rub out effect ). Der rub out effect wird genutzt um festzustellen, ob die Pigmente Flockungsstabil sind.<br /> <br /> Ein positiver rub out Effekt liegt vor, wenn die Farbe intensiver wird. Dann war das Buntpigment geflockt.<br /> Bei einem negativen rub out Effekt wird die geriebene Fläche heller. Dann war das Weißpigment geflockt.<br /> <br /> Rub out Effekte führen zu unreproduzierbaren Farbtönen, weil deren Ursache, nämlich Flockung , immer zeitabhängig ist und somit von vielen Größen wie der Schichtdicke, der Temperatur etc. abhängt.</p>
Rührleistung
<p>Die Rührleistung P, die von einem Rotor auf einen Dispergieransatz aus Mahlpaste und Mahlkörpern bei Rührwerkskugelmühlen übertragen wird, errechnet sich aus der Drehzahl n und dem Drehmoment M nach der Gleichung.<br /> <br /> P = 2π · n · M<br /> <br /> Die Rührleistung ist die energetische Größe, die direkt mit dem Dispergiererfolg in Zusammenhang steht. Diese Erkenntnis war die theoretische Grundlage für die (Patentierte) Entwicklung der VMA GETZMANN von Rührwerkskugelmühlen, mit denen bei einer vorgegebenen, konstanten mechanischen Rührleistung dispergiert werden kann.</p>
Rührwerkskugelmühlen
<p>Rührwerkskugelmühlen sind Dispergiergeräte, bei denen die Mahlpaste in einem mit Mahlkörpern gefülltem Mahltopf mit einem Rotor dispergiert wird. Rührwerkskugelmühlen können diskontinuierlich oder kontinuierlich betrieben werden.<br /> <br /> Bei diskontinuierlich betriebenen Rührwerkskugelmühlen wird die Mahlpaste in die Mahlkammer eingefüllt und dispergiert.<br /> <br /> Bei kontinuierlich betriebenen Rührwerkskugelmühlen wird die Mahlpaste bei laufender Rührwerkskugelmühle durch die Mahlkammer hindurchgepumpt. Bei kontinuierlicher Fahrweise lässt sich zwischen der Passagenfahrweise und dem Kreislaufverfahren unterscheiden. Rührwerkskugelmühlen sind die wirtschaftlichsten und effizientesten Dispergiermaschinen, die man kennt.</p>
Ruße
<p>Ruße sind Schwarzpigmente, die aus Kohlenstoff bestehen. Je nach HerstellungsVerfahren unterscheidet man zwischen Typen, die sich im Bereich der mittleren Teilchendurchmesser unterscheiden .<br /> <br /> Acetylenruße (25 nm – 45 nm),<br /> Flammruße (50 nm– 120 nm),<br /> Gasruße (10 nm – 30 nm),<br /> Furnaceruße (13 nm – 80 nm ),<br /> Thermalruße (120 nm - 150 nm).<br /> <br /> Einige Typen mit hohem Graphitanteil weisen genügend elektrische Leitfähigkeit auf, um als leitfähiges Pigment eingesetzt zu werden.</p>
Rutil
<p>Rutil ist eine Kristallmodifikation des Titandioxid. Aufgrund der hohen Brechzahl von 2,7 lassen sich mit Titandioxoid in der Rutilmodifikation Weißpigmente mit hohem Streuvermögen herstellen. Für Anwendungen, bei denen das Weißpigment niedrige Abrasivität aufweisen soll, kann die Verwendung von Titandioxid in der Anatas Kristallmodifikation, von Zinksulfid (Sachtolith R) oder Lithopone sinnvoller sein.</p>
S
Sandmühle
<p>Sandmühlen sind Rührwerkskugelmühlen zur Feinstdispergierung (Feinstmahlung) von Pigmenten und Füllstoffen, bei denen anstelle von Mahlperlen Sand als Mahlkörper verwendet werden.</p>
Sättigung
<p>Die Sättigung einer Farbe beschreibt das Verhältnis ihrer Buntheit zu ihrer Helligkeit.<br /> <span class="small"><em>Lit.: DIN 5033, Teil 1 / 03.79</em></span></p>
Sauerstoffinhibierung
<p>Radikalische Polymerisationsreaktionen von Doppelbindungen enthaltenden Monomeren werden durch Gegenwart von Sauerstoff aus der Luft gebremst (inhibiert) indem Sauerstoffmolekühle in einem Wachstumsschritt in die wachsende Polymerkette eingebaut werden.<br /> <br /> Dadurch entstehen Peroxidradikale, die bei unter den Polymerisationsbedingungen im Vergleich zu den normalen Monomerradikalen eine geringere Reaktionsgeschwindigkeit aufweisen.</p>
Schergeschwindigkeit
<p>Die Schergeschwindigkeit ist das Geschwindigkeitsgefälle senkrecht zu zwei in der Strömungsrichtung liegenden benachbarten parallelen Schichten einer Flüssigkeit. Vgl. Dynamische Viskosität</p>
Schüttdichte
<p>Die Schüttdichte eines Pigments oder Füllstoffs ist die Masse einer Pigmentmenge geteilt durch ihr Schüttvolumen. Die Kenntnis der Schüttdichte ist wichtig für die Planung der Lagerhaltung in Lackfabriken.</p>
Schüttvolumen
<p>Das Schüttvolumen eines Pigments oder Füllstoffs ist das Volumen an Teilchen plus dem zwischen den Teilchen sich befindenden Hohlräumen bei einer losen Schüttung.</p>
Schutzkolloid
<p>Schutzkollide sind Tenside, die bei der Emulsionspolymerisation eingesetzt werden und die entstehenden Latex-Teilchen mit ihrem ionischen Ende zur Wasserphase hin gerichtet vor der Koagulation schützen. Während der Polymerisation selber bilden diese Tenside die Micellen, in denen die Polymerisation abläuft.</p>
Sediment
<p>Ein Sediment ist ein Bodensatz, an Pigmenten oder Füllstoffen, der aufgrund der Erdanziehung auf die Teilchen entstanden ist. Sind die Teilchen in einem System gegen Flockung stabilisiert, so bilden sich dicht gepackte Sedimente, die nur schwer oder gar nicht aufrührbar sind. Flocken die Teilchen hingegen, so bildet sich ein voluminöser Bodensatz, der leicht wieder aufrührbar ist. Daher kann ein gewisses Ausmaß an Flockung durchaus anwendungstechnisch erwünscht sein.</p>
Sedimentation
<p>Unter Sedimentation versteht man den Vorgang der Bildung eines Bodensatzes. (Vgl. Sediment). Die Sedimentationsgeschwindigkeit von Teilchen lässt sich mithilfe des Stokes Gesetz beschreiben.</p>
Siebananlyse
<p>Bei der Siebanalyse werden Pigmente oder Füllstoffe in Siebfraktionen aufgetrennt und der relative Anteil dieser Siebfraktionen an der Gesamtmenge bestimmt. Zur Siebanalyse werden Prüfsiebe mit abgestuften Maschenwerten aufeinandergestellt, wobei das unterste Sieb die kleinste und das oberste Sieb die größte Maschenweite hat.<br /> <br /> Die Probe wird auf das oberste Sieb gebracht und dann wird dieser Siebturm (meist automatisch) geschüttelt. Nach erfolgter Siebung werden die Fraktionen ausgewogen.</p>
Slurry
<p>Eine Slurry ist eine fließfähige, dispergierte Suspension von Pigmenten oder Füllstoffen, meist auf wässriger Basis, die in der flüssigen Phase lediglich noch ein Netzmittel oder Dispergierhilfsmittel enthält. Getrocknete Slurries sind daher nicht filmbildend. Übliche Fettkörpergehalte liegen zwischen 70 und 75 gew %.<br /> <br /> Slurries werden vor allem in den USA viel benutzt. Sie werden den Formulierungen einfach untergemischt, so dass der Käufer einer Slurry nicht mehr dispergieren muss.</p>
Solvatation
<p>Lateinisch : solvere = lösen, freisprechen.<br /> <br /> Das Anlagern von Lösmittelmolekülen an Polymere nennt man Solvatation. Die Solvatation führt zunächst zur Quellung und dann zur Auflösung des Polymeren in dem Lösemittel.</p>
Spezifische Oberfläche
<p>Die spezifische Oberfläche ist die Oberfläche, die ein Gramm eines Pigments oder Füllstoffes aufweist. Sie wird gewöhnlich durch Gasadsorption bestimmt (Vgl. BET Methode). Je nach Teilchengröße und Oberflächenstruktur sind Werte zwischen weniger als 1m²/g Pigment bzw. Füllstoff oder mehr als 200 m²/g möglich.</p>
Spezifische Wärme
<p>Die spezifische Wärme eines Stoffes ist die Energie, die ein Gramm eines Stoffes bei einer Temperaturerhöhung von einem Grad Kelvin zusätzlich aufgenommen hat.</p>
Spreiten
<p>Das völlige, sofortige Verlaufen einer Flüssigkeit beim Aufbringen einer Flüssigkeit ( z. B. in Form eines Tropfens ) auf eine Substratoberfläche nennt man Spreiten. Es spreiten nur Flüssigkeiten, deren Oberflächenspannung kleiner oder gleich der kritischen Oberflächenspannung sind. Die kritische Oberflächenspannung lässt sich durch Messung des Randwinkels von Flüssigkeiten mit abgestuften Oberflächenspannungen und Auswertung mit einem Zismann Auftrag bestimmt.</p>
Stabilisierung
<p>Die Stabilisierung kolloidaler Teilchen gegen Flockung erfolgt durch elektrostatische Abstoßung oder durch sterische Stabilisierung.</p>
Stokes Gesetz
<p>Das Stokes Gesetz ( Stokes’sche Gesetz ) beschreibt die Sinkgeschwindigkeit kugelförmiger Teilchen in einer Flüssigkeit. Die Sinkgeschwindigkeit v hängt vom Teilchendurchmesser d, der Dichtdifferenz Δρ zwischen Teilchen und Medium und der Viskosität η des flüssigen Mediums sowie der Gravitationskonstante g nach folgender Gleichung ab :<br /> <br /> <strong>V = g · Δρ · d² / (18 η) </strong><br /> <br /> Aus dieser Gleichung geht hervor, dass die Sedimentation in Flüssigkeiten mit höherer Viskosität geringer ist. Ebenfalls sedimentationsgeschwindigkeitserhöhend wirkt eine Flockung, weil dadurch d größer wird, welches quadratisch in die Gleichung eingeht. Der Gleichung ist zu entnehmen, dass in Newton’schen Flüssigkeiten eine Sedimentation von Teilchen in der Größe von Pigmenten oder Füllstoffen kaum zu verhindern ist. Um wenigstens wieder aufrührbare Bodensätze zu bekommen, werden Absetzverhinderungsmittel eingesetzt.<br /> <br /> Im Falle der Sedimentation in einem Zentrifugalfeld tritt in der Gleichung an Stelle der Gravitationskonstante g die Zentrifugalbeschleunigung. Für nicht kugelförmige Teilchen ist d als Äquivalenzdurchmesser aufzufassen. Der Äquivalenzdurchmesser ist der Durchmesser eines kugelförmigen Teilchens, das dieselbe Sinkgeschwindigkeit wie das Teilchen aufweist.</p>
Streuvermögen
<p>Das Streuvermögen ist die Fähigkeit eines pigmentierten Mediums einen Teil des auffallenden Lichts diffus zurückzuwerfen<br /> <span class="small"><em>( aus DIN 53 164 /09.88 )</em></span></p>
Substrat
<ol> <li>Als Substrate werden Untergründe bezeichnet, die eine Beschichtung haben oder mit einer Beschichtung versehen werden sollen.</li> <li>Substrate von Farblacken sind unlösliche Träger, die meist unbunt sind ( z. B. Tonerdehydrat ) und auf welche Farbstoffe aufgefällt werden.</li> </ol>
Subtraktive Farbmischung
<p>Die Subtraktive Farbmischung beruht auf der Verwendung der Grundfarben Gelb, Magentarot und Cyanblau zur Erzeugung von Mischfarben. Die Mischfarbe aus den drei Grundfarben ist schwarz. Durch Kombination der Grundfarben lässt sich – im Gegensatz zu der Verwendung der additiven Farbmischung – kein Weiß herstellen.<br /> <br /> Statt dessen würde man z. B. beim Mehrfarbendruck einen weißen Untergrund wählen, der dann an weißen Stellen des Druckmotivs unbedruckt bleibt. Die bekannteste Anwendung der substraktiven Farbmischung ist die Farbfotographie.</p>
Suspension
<p>Eine Aufschlämmung von Feststoffteilchen in einem flüssigen Medium nennt man Suspension.</p>
Teilchen
Sammelbegriff für Agglomerate, Aggregate und Primärpartikel von Pigmenten und Füllstoffen. Darüber hinaus können alle kolloidal vorliegenden Spezies wie Latex-Teilchen, Gel-Teilchen etc. gemeint sein, was dann aus dem Kontext der Erwähnung hervorgehen sollte.
Topfzeit
<p>Die Topfzeit ist die Zeitdauer innerhalb der eine Beschichtung verarbeitbar ist, ohne Eigenschaftsverschlechterungen hinnehmen zu müssen. Die Topfzeit ist vor allem bei mehrkomponentigen Beschichtungssystemen eine wichtige Materialeigenschaft, wenn beim Mischen der Komponenten bereits Härtungsreaktionen einsetzen</p>
Trennmittel
<p>Trennmittel werden eingesetzt, um die Haftung von Beschichtungen auf Untergründen zu verhindern. Beim Spritzgießen von Kunststoffen dienen Sie einer besseren Auslösung des Spritzteils aus der Form. Als Trennmittel sind vor allem Silikonöle im Einsatz.</p>
Trockenstoffe
<p>Trockenstoffe oder Sikkative sind Katalysatoren, die die Trocknung von bei Raumtemperatur oxidativ trocknenden Lacken katalysieren. Chemisch handelt es sich um Metallseifen von Monocarbonsäuren mit ca 8 – 11 KohlenstoffAtomen. Als Metalle dienen Co, Mn, Pb, Ca, Zn, Zr und Ba. (Vgl. Hautbildung)</p>
Umfangsgeschwindigkeit
<p>Die Geschwindigkeit, mit der sich der äußere Rand einer Dissolverscheibe beim Dispergieren bewegt. Die Umfangsgeschwindigkeit wird in m/s angegeben.</p>
UV-Absorber
<p>UV-Absorber werden Rezepturen zugesetzt, um die Lichtbeständigkeit zu erhöhen. UV-Absorber absorbieren das energiereiche ultra violette (UV) Licht und überführen die Energie der Protonen in Wärme.<br /> <br /> Organische UV-Absorber sind Hydroxy-Benzophenone, Hydroxyphenyl-S-Triazine, Oxalanilide und Benzotriazole. Es werden auch auch transparente, d.h. sehr feinteilige Titandioxide als UV-Absorber eingesetzt.</p>
UV-härtende Bindemittel
<p>UV-härtende Bindemittel sind Bindemittel mit Doppelbindungen, die eine radikalische Polymerisation eingehen können. Der Begriff UV-härtende Bindemittel ist leider insofern etwas irreführend, weil die eigentliche Härtungsreaktion durch einen unter UV-Licht Einwirkung in zwei Radikale zerfallenden Photoinitiator gestartet wird. UV-härtende Bindemittel sind meistens ungesättigte Polyester.</p>
Van der Waals Anziehung
<p>Die van der Waals Anziehung oder dispersive Anziehungskraft resultiert aus der periodischen Verschiebung von Elektronen in Atomen und Molekülen. Dadurch erhalten die Atomen und Moleküle kurzfristig (d. h. Jeweils innerhalb einer Schwingperiode) Dipolcharakter.<br /> <br /> Durch Überlagerung der Schwingungen in benachbarten Atomen oder Molekülen kommt es zu einer anziehenden Kraft, die sehr klein ist. Bei kolloidalen Teilchen addieren sich jedoch die Einzelbeiträge der Atome bzw. Moleküle und daher ist die van der Waals Anziehung ziemlich weitreichend (mehrere zig Nanometer) und in kurzen Abständen auch stark. In der englischsprachigen Literatur findet man oft die Bezeichnung London-van der Waals-Kraft.</p>
Verdicker
<p>Organische oder anorganische Zusätze, die zu der Ausbildung einer Fließgrenze führen und die Thixotropie (Vgl. Fließverhalten) fördern, heißen Verdicker. Organische Verdicker sind hauptsächlich Cellulosederivate, Polyacrylate oder aber Poylurethanverdicker. Sie werden vornehmlich in Dispersionsfarben benutzt.<br /> <br /> Anorganische Verdicker sind z.B. pyrogenes Siliziumdioxid und Bentonite. Verdicker verhindern die Ausbildung von Läufern und das Absetzen von Pigmenten und Füllstoffen in den Gebinden.</p>
Verdunstungszahl
<p>Die Verdunstungszahl nach DIN 53170 ist ein Maß für die Flüchtigkeit von Lösemitteln. Sie ist definiert als das Verhältnis der Verdunstungszeit einer gegebenen Menge eines Lösemittels zu der Verdunstungszeit einer gleichengroßen Menge an Diethylether.</p>
Verlaufmittel
<p>Verlaufmittel haben die Aufgabe, die Welligkeit von Beschichtungsoberflächen (Vgl. Orangenschaleneffekt) zu verringern.<br /> <br /> Man verwendet hauptsächlich Silikone und Polyacrylate, die als nicht mischbare Substanzen in den Formulierungen an die Oberfläche aufschwimmen und Flüssigkeitsverwirbelungen dämpfen. Diese Flüssigkeitsverwirbelungen sind auch die Ursache für Benard Zellen.</p>
Verweilzeit
<p>Die Verweilzeit ist die Aufenthaltsdauer der Mahlpaste in der Dispergiermaschine.<br /> <br /> Bei diskontinuierlichen Dispergierungen ist die Verweilzeit, d. h. die eigentliche Dispergierdauer identisch mit der Maschinenlaufzeit.<br /> <br /> Bei kontinuierlichen Dispergierungen ist die Verweilzeit eine verteilte Größe; Ein Teil der Mahlpaste ist kürzer, ein anderer Teil länger in der Dispergiermaschine gewesen, als der mittleren Verweilzeit entspricht. Außerdem ist bei kontinuierlichen Dispergierungen zwischen der Passagenfahrweise und der Kreislauffahrweise zu unterscheiden..<br /> <br /> Bei der Passagenfahrweise ist die mittlere Verweilzeit tm pro Passage der Quotient aus dem freien Volumen Vfrei im Dispergiergefäß geteilt durch den Volumenstrom an Mahlpaste Vp tm = Vfrei / Vp<br /> <br /> Bei der Kreislauffahrweise erfolgt meist eine Durchmischung der rückgeführten Mahlpaste mit der Mahlpaste in einem Vorratsbehälter. Dadurch wird die Verweilzeitverteilung breiter als beim Passagenverfahren. Eine Näherung für die mittlere Verweilzeit kann erst ab einer bestimmten mittleren Passagenzahl m von ca. 5 angegeben werden. <strong>m = Vp x t / V</strong> wobei t die Maschinenlaufzeit und V das Gesamtvolumen an zur Dispergierung eingesetzter Mahlpaste ist. Dann ist <strong>tm = Vfrei · t / V</strong></p>
Verzögerer
<p>Verzögerer dienen der Verlängerung der Topfzeit. Zur Anwendungen kommen z. B. tert.- Butybrenzlcatechin, Hydrochinon und Oxime.</p>
Viskosität
<p>Die Viskosität ist ein Maß für die Zähigkeit von Flüssigkeiten und Gasen. Bei Flüssigkeiten unterscheidet man zwischen dynamischer und kinematischer Viskosität (Vgl. Rheologie)</p>
Wasserverdünnbare Lacke
<p>Wasserverdünnbare Lacke sind Lacke, bei denen Wasser den überwiegenden Anteil an Lösemittel ausmacht. Aufgrund der großen Unterschiede in den physikalischen Eigenschaften des Wassers ein Vergleich zu organischen Lösemitteln (z.B. Dipolmoment , Assoziationsneigung, und damit hohe Verdunstungsenthalpie, hohe Oberflächenspannung etc.) bedürfen wasserverdünnbare Lacke (auch kurz WasserLacke genannt ) spezieller Bindemittel. Hierfür kommen Dispersionen (Vgl. Emulsionspolymerisation), anionische Lackharze (Vgl. Anaphorese), kationische Lackharze (Vgl. Kataphorese) und Bindemittel zur Anwendung, die in organischer Phase synthetisiert und dann mit Hilfe von nachträglich zugesetzten Emulgatoren in eine wässrige Form (Emulsion) überführt werden.<br /> <br /> Wasserlacke auf Dispersionsbasis haben einen relativ hohen Bindemittel-Festkörpergehalt, ergeben jedoch insgesamt schlechtere Filmeigenschaften als die nach einer Umsetzung mit Basen bzw. Säuren wasserlöslicher anionischer bzw. kationischer Lackharze. Die letztgenannten beiden Bindemittelsysteme haben dagegen den Nachteil geringer Festkörper (B326ca. 30-40%) und relativ hoher Anteile organischer Lösemittel (ca. 15%) In der Praxis sind daher Hybridsysteme üblich.<br /> <br /> Beim Dispergieren solcher Systeme muss auf die eingeschränkte thermische Beanspruchbarkeit der Dispersionen Rücksicht genommen werden, indem die Dispergieransätze gut gekühlt werden. Wasserverdünnbare Lacke haben den Vorteil der geringen Entflammbarkeit und der geringen Kosten für das Lösemittel Wasser.</p>
Weichmacher
<p>Weichmacher sind Formulierungsbestandteile, die die Aufgabe haben, die gehärtete Beschichtung (oder einen Kunststoff) vor der Versprödung zu schützen, d.h. den Verbundwerlstoff flexibel einzustellen und den Erweichungsbereich auf eine niedrigere Temperatur herabzusenken.<br /> <br /> Weichmacher können als separate nicht filmbildende Substanzen zugegeben werden (z.B. Dioctylphtalat) Vor innerer Weichmachung ist die Rede bei synthetischen Bindemitteln, die längere flexible Bereiche ohne funktionelle Gruppen im Polymermolekül enthalten. Die innere Weichmachung hat den Vorteil, dass Beschichtung nicht durch Weichmacherverlust im Laufe der Alterung verspröden können.</p>
Zeta Potential
<p>Wenn Pigment- oder Füllstoffteilchen eine Oberflächenladung besitzen, dann wandern sie in einem elektrischen Feld zu der im Vergleich zu ihrem Ladungssinn entgegengesetzten Elektrode. Dabei nehmen sie einen Teil ihrer elektrolytischen Doppelschicht mit. Das elektrostatische Potential, welches an dieser Scherebene herrscht, wird zetapotential genannt. Zetpotentialmessungen beruhen auf der Messung der Wanderungsgeschwindigkeit der elektrostatisch geladenen Teilchen in einem eletrischen Feld.</p>
Zisman Auftrag
<p>Verfahren zur Bestimmung der kritischen Oberflächenspannung (Vgl. Benetzung). Dazu wird eine</p>
Ölfarben
<p>Ölfarben beruhen auf der Bindemittelbasis lufttrocknender (vgl. Lufttrocknende Lacke) pflanzlicher Öle wie Leinöl oder Sojaöl etc. Sie sind die ältesten bekannten Farben.<br /> <br /> Gute Benetzungseigenschaften stehen jedoch relativ langen Härtungszeiten und schlechteren Wetter- und Chemikalienbeständigkeiten gegenüber. Daher werden sie heute meist mit anderen lufttrocknenden System (Alkydharze etc.) kombiniert.</p>